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Fragen und Antworten zum Portal Lebensmittelklarheit

1. Wie steht der BLL zu dem Portal „Lebensmittelklarheit“?


Der BLL begrüßt es, wenn mehr Informationen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln vermittelt werden. Eine wirkliche „Lebensmittelklarheit“ schafft aber nur derjenige, der sachlich und fachlich richtig informiert. Das Portal muss das geltende Lebensmittelrecht als Maßstab nehmen und darf Produkte nicht an einen Pranger stellen. Der produktbezogene Teil des Portals kann dazu führen, dass völlig legale, von der Lebensmittelüberwachung und Justiz unbeanstandete Produkte mit einem „Täuschungsvorwurf“ gebrandmarkt werden – mit möglicherweise existenziellen wirtschaftlichen Folgen für das betroffene Unternehmen, dessen Marken und dessen Arbeitnehmer. Der BLL wird „Lebensmittelklarheit“ weiterhin konstruktiv, aber kritisch begleiten.

2. Wieso kritisiert der BLL vor allem den produktbezogenen Teil des Portals?


Im produktbezogenen Teil werden einzelne Produkte unter Nennung von Marken- oder Unternehmensnamen aufgeführt und abgebildet, die vollkommen in Übereinstimmung mit den lebensmittelrechtlichen Kennzeichnungs- und Aufmachungsvorschriften stehen. Jede marken- oder unternehmensbezogene Nennung in der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit einer „gefühlten“ Irreführung oder gar einer Nennung unter der Rubrik „Getäuscht“ führt zwangsläufig zu einem negativen Image des Produkts oder des Herstellers.

3. Wo liegt eigentlich der Trennbereich zwischen Irreführung und verständlicher Produktaufmachung?


Einen solchen angeblichen Trennbereich oder „Graubereich“ gibt es nicht. Das europäische und nationale Lebensmittelrecht zeichnet sich durch eine Vielzahl von Vorschriften zur Kennzeichnung und Aufmachung von Lebensmitteln aus, die jedes Jahr durch zusätzliche Regelungen erweitert wird. Daneben stehen die Vorschriften zum Schutz vor Täuschung. Dass die bestehenden Regelungen zum Teil Bewertungsspielräume lassen, ist nichts Ungewöhnliches im geltenden Recht. Die Einhaltung dieser Vorschriften wird jedoch von den zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer überwacht. Im Streitfall entscheidet dann ein Gericht darüber, ob ein Verstoß gegen die lebensmittelrechtlichen Vorschriften vorliegt oder nicht. Ein Produkt ist entweder rechtlich korrekt gekennzeichnet oder nicht, ein „dazwischen“ gibt es nicht.

4. Wie bewerten die Hersteller Lebensmittelklarheit im Hinblick auf Kundenzufriedenheit und Verbraucherkommunikation?


Enttäuschte Verbrauchererwartungen können zu einer freiwilligen Änderung der Produktaufmachung durch den Anbieter führen, wie es bei einigen Produkten auf dem Portal auch geschehen ist. Dies obliegt aber der individuellen Entscheidung des Unternehmens. Die große Mehrheit der Verbraucher sucht aber den direkten Dialog mit der Lebensmittelwirtschaft. Die Unternehmen nutzen tagtäglich zahlreiche Informationskanäle wie Telefon-Hotlines, Internetseiten, persönliche Kundenkontakte, Tage der offenen Tür und Social Media zur intensiven Kundeninformation und zum direkten Austausch mit dem Kunden. Aus diesen Kundendialogen ist ersichtlich, dass die Verbraucher hauptsächlich an anderen Themen, wie z. B. Allergenen, interessiert sind und die Fragestellungen von Lebensmittelklarheit eine untergeordnete Rolle spielen.


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