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Rückstände

Tierarzneimittelrückstände

Landwirtschaftliche Nutztiere wie Rinder, Schweine oder Geflügel dürfen im Falle einer Erkrankung und soweit therapeutisch notwendig mit Tierarzneimitteln behandelt werden. Tierarzneimittel müssen vor ihrer Verwendung zugelassen werden; damit wird gewährleistet, dass ihre Anwendung beim Tier grundsätzlich erlaubt ist. Nach der Behandlung eines Tiers mit einem Tierarzneimittel ist eine Wartezeit einzuhalten, bevor das Tier geschlachtet werden darf oder Lebensmittel vom Tier gewonnen werden dürfen (z. B. Milch, Eier). Damit wird sichergestellt, dass das Tierarzneimittel Zeit hat, sich im Tier abzubauen.

Auch bei guter Praxis können allerdings bei bestimmten Wirkstoffen in gewissen Grenzen (Rückstandshöchstmenge) Rückstände von Wirkstoffen oder ihren Umwandlungsprodukten im Lebensmittel auftreten. Die Rückstandshöchstmengen werden für sogenannte „Zielgewebe“ festgesetzt (Muskel, Fett, innere Organe wie Leber und Nieren, aber auch Lebensmittel wie Milch, Eier und Honig). Sie gelten EU-weit. Wird ein Rückstand in einem Zielgewebe oder einer Tierart nachgewiesen, für die keine Rückstandshöchstmenge festgesetzt wurde, ist das Lebensmittel nicht verkehrsfähig. Hierbei gilt eine sogenannte „Nulltoleranz“; das heißt, selbst geringste nachgewiesene Spuren führen dazu, dass das Lebensmittel nicht verwendet werden darf. Eine typische Ursache von Höchstmengenüberschreitungen ist die Nicht-Einhaltung von vorgeschriebenen Wartezeiten.

Neben Tierarzneimittelwirkstoffen, deren Anwendung beim Tier grundsätzlich erlaubt ist, gibt es auch Stoffe, deren Anwendung in der EU gänzlich verboten ist. Für verbotene Stoffe gilt ebenfalls eine „Nulltoleranz“ (s. o.). Dazu gehören Substanzen wie Chloramphenicol und Nitrofurane. Darüber hinaus ist auch der Einsatz von Hormonen als Wachstumsförderer in der EU verboten.
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