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Wieviel Salz darf es sein?

Gepoolte Analyse zu Salzkonsum und Bluthochdruck
Für den Stoffwechsel ist Natriumchlorid, also Kochsalz, unentbehrlich. In früheren Jahrhunderten galt Salz sogar als Heilmittel. Es wurde zur Behandlung der verschiedensten Krankheitsbilder eingesetzt und bis heute z. B. für solehaltige Heilbäder verwendet. Doch beim Salzkonsum gehen die Meinungen, wie viel zu viel ist, auseinander.

Titel:
Associations of urinary sodium excretion with cardiovascular events in individuals with and without hypertension: a pooled analysis of data from four studies

Datum:
20. Mai 2016

Veröffentlicht in:
The Lancet
(DOI: 10.1016/S0140-6736(16)30467-6)

Autoren:
Andrew Mente, Martin O’Donnell, Sumathy Rangarajan, Gilles Dagenais, Scott Lear, Matthew McQueen, Rafael Diaz, Alvaro Avezum, Patricio Lopez-Jaramillo, Fernando Lanas, Wei Li, Yin Lu, Sun Yi, Lei Rensheng, Romaina Iqbal, Prem Mony, Rita Yusuf, Khalid Yusoff , Andrzej Szuba, Aytekin Oguz, Annika Rosengren, Ahmad Bahonar, Afzalhussein Yusufali, Aletta Elisabeth Schutte, Jephat Chifamba, Johannes F E Mann, Sonia S Anand, Koon Teo, S Yusuf, for the PURE, EPIDREAM, and ONTARGET/TRANSCEND Investigators

Zu geringer Salzkonsum kann Herzinfarkt oder Schlaganfall begünstigen


In einer aktuellen Untersuchung haben Wissenschaftler der kanadischen McMaster University, vier internationale prospektive Studien (PURE; EPIDREAM, ONTARGET, TRANSCEND) auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Salzaufnahme und dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfällen und frühem Tod bei Personen mit normalen Blutdruck und Personen mit Bluthochdruck untersucht.

Individuelle Empfehlungen für individuelle Populationen


In diese Untersuchung wurden Daten von mehr als 130.000 Probanden (durchschnittliches Alter 55 Jahre) mit und ohne Bluthochdruck aus 49 Ländern einbezogen. Ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle oder einen frühem Tod zeigte sich dabei nur für die Gruppe der Probanden mit Bluthochdruck, die gleichzeitig täglich mehr als 6 g Salz (Referenzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung) aufnahmen. Hiervon waren in der repräsentativen Untersuchung allerdings nur 10 Prozent der Population betroffen. Bei den übrigen Probanden, die nicht unter Bluthochdruck litten, konnte hingegen kein Zusammenhang zwischen einem erhöhten Erkrankungsrisiko und dem Salzkonsum gefunden werden. Gemäß den Wissenschaftlern sei es demnach unklar, ob die übrigen 90 Prozent der Bevölkerung überhaupt von Empfehlungen zur Salzreduktion profitieren.

Fazit: Empfehlungen zur Salzreduktion sollten laut den Studienleitern nur an Personengruppen gerichtet werden, die an Bluthochdruck leiden und gleichzeitig einen hohem Salzkonsum (6 g/Tag und darüber) haben.
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