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Von wegen „Killerfett“– Deutschland hat kein Problem mit trans-Fettsäuren

Studie zu TFA-Konzentrationen im Blut und assoziierten gesundheitlichen Effekten
Laut der Weltgesundheitsorganisation erhöhen trans-Fettsäuren (TFA) das Risiko zur Entstehung von Herz-Kreislaufkrankheiten. U. a. dank der Anstrengungen der Lebensmittelwirtschaft, die TFA-Gehalte in Lebensmitteln zu reduzieren, liegen die durchschnittlichen Aufnahmemengen der deutschen Bevölkerung in einem gesundheitlich unbedenklichen Bereich. Das bestätigt eine Studie der Universitäten München und Mannheim

Titel: Trans fatty acids and mortality in patients referred for coronary angiography: the Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health Study

Datum: 22 September 2015

Veröffentlicht in: European Heart Journal (DOI: http://dx.doi.org/10.1093/eurheartj/ehv446)

Autoren: Marcus E. Kleber, Graciela E. Delgado, Stefan Lorkowski, Winfried März, Clemens von Schacky

Zusammenhang zwischen trans-Fettsäuren und gesundheitlicher Wirkung auf dem Prüfstand


trans-Fettsäuren (TFA) entstehen als Nebenprodukte der industriellen Fetthärtung (sog. nicht-ruminante TFA), kommen aber auch in geringen Mengen natürlicherweise in tierischen Produkten (sog. ruminante TFA) vor. Laut WHO erhöhen TFA das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen. Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und das Team um Dr. Marcus Kleber von der V. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim haben sich nun mit dem Zusammenhang zwischen den Konzentrationen von TFA im Blut und assoziierten gesundheitlichen Effekten beschäftigt.

Bei über 3.200 Probanden, die zwischen 1997 und 2000 an der "Ludwigshafen Risk and Cardiovascular Health" Studie (LURIC) teilgenommen hatten, wurden die einzelnen trans-Fettsäuren im Blut analysiert und die Probanden etwa zehn Jahre lang beobachtet. Die Wissenschaftler untersuchten in den roten Blutkörperchen der Probanden die Konzentrationen von fünf TFAs, die als Marker für den jeweiligen Anteil von ruminanten und nicht-ruminanten TFA dienen. Die ermittelten TFA-Gehalte wurden anschließend hinsichtlich Krankengeschichte, Todesfall und Todesursache ausgewertet und auf Korrelationen hin untersucht. In der statistischen Analyse wurden außerdem gesundheitlich relevante Einflussfaktoren, wie Rauchen, Body Mass Index (BMI), hoher Blutdruck, Diabetes mellitus und die Einnahme von cholesterinsenkenden Mitteln berücksichtigt.

Geringe TFA-Gehalte bei Probanden in Deutschland


Die TFA-Gehalte in den roten Blutkörperchen der LURIC-Probanden lagen mit Werten zwischen 0,27 Prozent und 2,40 Prozent der Gesamtfettsäuren durchschnittlich bei unter einem Prozent. Diese niedrigen TFA-Spiegel, stellen aus Sicht der Wissenschaftler kein Risiko für die Gesundheit der Verbraucher dar. Im Vergleich dazu wurden in den USA in einem ähnlichen Zeitraum mittlere Gehalte von über 2,6 Prozent TFA festgestellt.

Die deutschen Untersuchungen zeigen nun, dass höhere TFA-Konzentrationen in den roten Blutkörperchen der LURIC-Probanden zwar von höheren Gehalten an "schlechtem" LDL-Cholesterin begleitet wurden, die Probanden allerdings insgesamt ein niedrigeres Diabetesrisiko aufwiesen. Sie hatten insgesamt einen niedrigeren BMI, zeigten niedrigere Blutfettwerte und weniger Insulinresistenzen. Daneben fanden die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen erhöhten Konzentrationen nicht-ruminanter TFA und einer erhöhten Gesamtsterblichkeit. Die Forscher fanden zudem heraus, dass bestimmte ruminante TFA in roten Blutkörperchen mit einer niedrigeren Gesamtsterblichkeit und vor allem mit einem niedrigeren Risiko für den plötzlichen Herztod in Verbindung stehen.

Fazit: Die deutsche Bevölkerung hat kein Problem mit trans-Fettsäuren. Bei den untersuchten Probanden wurden im Durchschnitt nur geringe TFA-Gehalte nachgewiesen. Diese niedrigen TFA-Konzentrationen im Blut sind nicht gesundheitsschädlich, auch dann nicht, wenn die Fette aus industrieller Produktion stammen.



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