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Geschichte

Die Europäisierung des Lebensmittelrechts

Die Rolle des BLL
Schon früh nach Gründung der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft hat sich der BLL mit den zu erwartenden Konsequenzen aus der Errichtung eines gemeinsamen Marktes für Lebensmittel befasst. Es fand bereits 1958 ein erster Erfahrungsaustausch mit europäischen Schwesterverbänden statt, 1960 gründete der BLL einen „EWG-Ausschuss“, Im Jahre 1961 wurde von verschiedenen Seiten angeregt, in den fünf anderen EWG-Staaten eine dem BLL entsprechende Organisation zu gründen, um sich dann gemeinsam der europäischen lebensmittelrechtlichen Entwicklung zu stellen. Daraus ist jedoch nichts geworden – der BLL ist ein „Unikat“ geblieben.

Über Jahre stand die Frage einer geeigneten Brüsseler Plattform zur Behandlung des Lebensmittelrechts im Raum. Immer wieder wurde die Notwendigkeit einer entsprechenden Organisation in Brüssel betont, nicht zuletzt weil es im Jahre 1962 zur Gründung einer Organisation europäischer Verbraucherverbände gekommen ist.

1982 wurde die CIAA (Dachverband der europäischen Ernährungsindustrien) als eigenständiger Verband gegründet, nachdem sie schon viele Jahre als Ausschuss der UNICE, des europäischen Industrieverbandes, die Interessen der Ernährungsindustrie in der Gemeinschaft vertreten hatte; im Jahr 2011 erfolgte die Umbenennung in FOODDRINKEUROPE (FDE). Die bildet seit jeher die Plattform in Europa auch für den BLL, obwohl er hinsichtlich seiner Mitgliederstruktur weit über die Ernährungsindustrie hinausreichte. Über die Jahrzehnte hat sich der BLL ganz intensiv in die grundsätzlichen Debatten zur Schaffung eines gemeinsamen Marktes für Lebensmittel, sowie in die einzelnen Vorhaben eingebracht. Angesichts des wachsenden Umfanges der Vorhaben und Vorschläge der Kommission konnte eine flächendeckende Befassung nur mithilfe eines zum Teil überaus aktiven und großen Engagements von BLL-Mitgliedern ermöglicht werden.

Dem BLL kam stets seine fundierte juristische wie auch naturwissenschaftliche Basis zugute. Durch sein Anfang 1999 in Brüssel eröffnetes Büro hat der BLL nicht nur sein Engagement in CIAA/FDE verstärkt sondern die Interessen seiner Mitglieder auch direkt gegenüber dem Europäischen Parlament, der Kommission und dem Rat vertreten. Es gelang, mit den Jahren ein Netzwerk für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu schaffen.
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