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Geschichte

Der BLL als Stimme der Branche

Die Anfänge der Öffentlichkeitsarbeit

Auch wenn in der Satzung von 1955 noch nicht erwähnt, so spielte die Öffentlichkeitsarbeit für den BLL von Anbeginn eine im Laufe der Jahrzehnte immer größer werdende Rolle. Dem trägt die im Jahre 2015 geltende Satzung ausdrücklich Rechnung, als sie zum Zweck des BLL unter anderem feststellt, dass er auf seinen Arbeitsgebieten „informativ tätig zu sein“ hat.

Im Laufe der Zeit hat sich die Öffentlichkeitsarbeit aus einer eher reaktiven Abwehr zu einer proaktiven Information gewandelt, die die komplexen Voraussetzungen und Zusammenhänge der modernen Lebensmittelherstellung und -distribution erklären soll. Schon in der zweiten Sitzung des Kuratoriums am 28. April 1955 wurde die Bildung eines „Ausschusses für Publizistik“ vorgeschlagen. Er sollte nicht etwa mit Kommunikationsexperten sondern mit namhaften und anerkannten Wissenschaftlern besetzt sein. Man verband damit die Hoffnung, dass „ein solcher wissenschaftlicher Kreis geeignet ist, den immer wieder auftauchenden unverantwortlichen Verlautbarungen einer gewissen Presse entgegenzutreten“. Die Mitglieder sollten „in teils wissenschaftlicher, teils populär-wissenschaftlicher Form publizistisch tätig sein“. Zum Inhalt der Abhandlungen wurde vorgegeben, dass sie „nicht polemischer, sondern sachlich-aufklärender Natur“ sein und damit ein „Gegengewicht gegen die bekannten Angriffe auf die Lebensmittelwirtschaft bilden“ sollten. Als eine der ersten Veröffentlichungen war ein Aufsatz unter dem Titel „Sind unsere Lebensmittel vergiftet?“ geplant.

Überraschend ist, dass in der fünften Sitzung des Kuratoriums, am 21. Februar 1956, beschlossen wurde, die Bildung des Ausschusses
zunächst zurückzustellen, da selbst die gehobene Tagespresse sich nach den bisher gemachten Erfahrungen wegen ihres Aktualitätsbedürfnisses und mit Rücksicht auf den vom Leser erwarteten Lesestoff nicht bereitfindet, aufklärende ernährungswissenschaftliche Themen zu behandeln“.
Die heutige Medienwelt war außerhalb jeder Vorstellung.

Systematisierung


Der BLL hat natürlich immer wieder gegenüber der Presse und gegenüber der Öffentlichkeit Stellung genommen, jedoch meist nur Anlass bezogen und unsystematisch und daher mit wenig Resonanz. Erst Anfang der achtziger Jahre war eine deutliche Verstärkung und auch organisatorische wie inhaltliche Systematisierung erkennbar. Voraussetzung war nicht zuletzt ein langsam von statten gehender, Generationen bedingter Mentalitätswandel. Eine erste und im Ergebnis „nachhaltige“ Maßnahme war ab Beginn des Jahres 1982 die Herausgabe des BLL-Pressedienstes, der sich nicht nur an Fachpublikationen sondern auch an die Tagespresse und die elektronischen Medien wandte. Damit erlangten der BLL und seine Themen eine weitere Bekanntheit.
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