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Geschichte

Wissenschaftliche Erkenntnisse und wirtschaftliche Anforderungen

Gastworte von Prof. Dr. Helmut Heseker, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gratuliert dem BLL herzlich zum Jubiläum. 60 Jahre BLL – das bedeutet ein engagiertes Eintreten für die Belange der deutschen Lebensmittelwirtschaft und eine Mitprägung der Position und Stellung der Branche in Deutschland.

Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Damit ist er „die“ Interessenvertretung dieses Wirtschaftssektors, ob heute in Berlin oder früher in Bonn oder auch verstärkt in Brüssel. Dabei ergreift der BLL natürlich immer „Partei“, ob im Rahmen offizieller Konsultationen, z. B. beim Lebensmittelrecht oder informell. Dieses Einstehen für die Lebensmittelwirtschaft wurde vom BLL dabei stets seriös und auf gesicherter Basis wahrgenommen. Naturgemäß stehen dabei die Interessen der Wirtschaft, deren finanzieller Erfolg und Konkurrenzfähigkeit mehr im Fokus, als die des Verbrauchers. Dessen Interessen werden eher von Verbraucherverbänden wahrgenommen. Die unterschiedlichen Sichtweisen werden nicht nur im Dialog der verschiedenen Akteure besprochen und wenn möglich geklärt, sondern manchmal auch in den Medien ausgetragen. Dieser kritische Dialog findet auch nicht immer auf einer wissenschaftlichen Basis statt, da es über die Wissenschaft hinausgehende, verbraucherpolitische Sichtweisen gibt. Zudem gibt es trotz des erfreulichen Umstandes, dass unsere Lebensmittel einen sehr hohen Sicherheitsstandard erreicht haben, auch Lebensmittelskandale, die intensiv von den Medien aufgegriffen werden und manchmal die Lebensmittelwirtschaft kollektiv in Diskredit bringen. Auch hier ist beim BLL immer wieder effektives Krisenmanagement gefragt und vorhanden.

Die DGE ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft im Bereich Ernährung und befasst sich zugleich mit der Aufklärung der Bevölkerung über eine vollwertige Ernährung, um Gesundheit zu fördern und Krankheiten zu vermeiden oder zu lindern. Angesichts der Aufgaben des BLL gibt es viele Berührungspunkte. Hier ist man im Dialog zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und wirtschaftlichen Anforderungen. Es gibt nicht immer Konsens oder Kompromisse, aber der konstruktive Austausch ist für beide Seiten förderlich. In diesem Dialog kann die DGE z. B. wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse über die Zusammensetzung von „gesünderen“ Lebensmitteln einbringen. Gleichzeitig gewinnt die DGE zugleich selbst Einblicke in die Praxis von Lebensmittelerzeugung und -herstellung und den zugrunde liegenden Notwendigkeiten. Ein solcher Dialog zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Lebensmittelsektor kann zu vielen positiven Entwicklungen in diesem Bereich führen und die Innovationskraft dieses Wirtschaftszweiges deutlich stärken.

Grundsätzlich ist das Verhältnis von BLL und DGE von gegenseitiger Akzeptanz geprägt. Die DGE sieht im BLL einen seriösen Interessenvertreter der Lebensmittelwirtschaft, der seine Rolle effektiv wahrnimmt. Der BLL hat die DGE als eine wissenschaftliche Institution akzeptiert, die nur wissenschaftlichen Erkenntnissen verpflichtet ist. Diese unabhängige wissenschaftliche Position ist auch für den BLL und die Lebensmittelindustrie von Nutzen, weil auch sie sich an wissenschaftlich gesicherten Aussagen oder Referenzwerten orientieren. Damit wird auch Sicherheit in der Argumentation erzeugt und Widersprüchlichkeit vermieden. Die DGE wird den weiteren Weg des BLL gerne verfolgen, und erwartet einen auch weiterhin konstruktiven Erfahrungsaustausch. Sie wünscht dem BLL alles Gute für die Zukunft.
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