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Geschichte

Younger than ever!

Susanne Langguth, Südzucker AG / BLL-Vorstand
Der 8. Oktober 1979 war mein erster Arbeitstag beim BLL - als Wissenschaftliche Mitarbeiterin. Zwölf spannende Jahre sollten folgten, weitere 24 Jahre Kuratorium und Vorstand; ich möchte keines davon missen! Gut behütet von Wolfgang Pölert, Gerhard Hein, Matthias Horst und von Margarete Wolscht und Erika Coppola im Sekretariat wurde ich schnell heimisch im BLL.

Ich war fasziniert von der Aufgabenbreite, der Qualität der Diskussionen aber auch den Interessenskonflikten, die es Gebirgen gleich zu überwinden galt – Butter vs. Margarine, Zucker vs. Süßstoffe oder bei Backwaren Handwerk vs. Industrie vs. Hersteller von Backmischungen etc. – ebenso, wie von dem Vertrauen, das dem BLL von allen Seiten entgegengebracht wurde. Einerseits wurde im BLL streng fachlich gearbeitet, andererseits musste die Politik als ein an Bedeutung zunehmender Adressat gleichzeitig bedacht werden. Alles ganz schön heiß für einen Newcomer!

Frisch von der Uni und in der Nähe der Politik verankert, hatte ich natürlich schnell auch Verbesserungsvorschläge parat. Sie betrafen vor allem den Auftritt des BLL, seine Öffentlichkeitsarbeit und das Lobbying: alles verstaubt oder non existent! Fertig! Insbesondere der Name - Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde – eine schlichte Katastrophe! Wer ist der Absender? Worum geht es? Nichts Genaues versteht man nicht! Nun, mit dem BLL-Präsidenten Rudolf Auf dem Hövel konnte dennoch vieles durchgesetzt und verändert werden. Treffen mit Abgeordneten wurden eingeführt, das „Corporate Design“ wurde verjüngt, die Schriftenreihe neu gestaltet und irgendwann durfte ich einen regelmäßigen Pressedienst herausgeben. Ob dieser wohl heutigen Maßstäben standhalten würde? Egal, es war ein großer Schritt zu mehr Öffentlichkeit, Information der Medien und Positionierung der Lebensmittelwirtschaft nach außen. Diese Öffentlichkeitsarbeit fand nicht die Zustimmung aller; ein eigener Etat wurde noch in den 80er Jahren vom Kuratorium verweigert! Die Öffnung nach außen aber nahm ihren Weg ganz unweigerlich. So gelang dem BLL 1983 mit seinem großen Symposium 'Wie sicher sind unsere Lebensmittel? – Wissenschaftler antworten' ein medialer Pauken- und Befreiungsschlag in Sachen Lebensmittelsicherheit, der noch viele Jahre nachwirkte! Die führenden Lebensmittelwissenschaftler hatten sich aus dem Schatten der Anonymität herausbewegt und sich auf einer Veranstaltung der Lebensmittelwirtschaft den Fragen einer kritischen Öffentlichkeit gestellt und eindeutig geantwortet.

Heute sind die Herausforderungen in Sachen Öffentlichkeitsarbeit für den BLL ungleich größer. Der Hans ist aber auch längst kein Hänschen mehr! Viel Glück, Hans!
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