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Geschichte

Eine einzigartige Institution

Bettina Muermann, BLL-Geschäftsführerin 1996 bis 2001
Die Gründungsmitglieder des BLL hatten vor 60 Jahren die Vision, einen Dachverband der Lebensmittelwirtschaft zu gründen, der die unterschiedlichen Interessen von Urproduktion, Handel, Handwerk und Industrie politisch wie fachlich bündelt. Das ist ihnen gelungen mit einer einzigartigen Institution, die ihresgleichen sucht. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern und Juristen war und ist Vorbild für andere Verbände. Der BLL verstand sich immer als Mittler zwischen den Interessen seiner Mitglieder, den Behörden und der Verbraucherschaft.

Als ich im Juni 1972 beim BLL als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Herrn Dr. Pölert, dem damaligen Wissenschaftlichen Leiter, anfing, war ich 23 Jahre alt, hatte gerade das Diplom als Trophologin in der Tasche und stand kurz vor der Hochzeit. Es war ein wundervoller Arbeitsplatz in Bad Honnef, in einem Haus mit großem Kirschbaum im Garten. Die Geschäftsführung des BLL war in Bonn. Bewusst wurde die Wissenschaftliche Leitung von der Geschäftsstelle getrennt, um so ein großes Maß an Unabhängigkeit zu wahren.

Von Dr. Pölert lernte ich, wie man Stellungnahmen an das Ministerium verfasste. Nach dem Antrag folgte immer eine wohl formulierte, umfassende Begründung. Damals wurden wichtige Themen in den zuständigen Fachausschüssen aufbereitet. Aufgrund der breiten Mitgliederstruktur des BLL war es nicht immer einfach, einen Konsens zu finden. Das Ministerium lud seinerzeit noch regelmäßig zu mündlichen Anhörungen ein, und es war das Bestreben, dass die Wirtschaft mit einer Stimme, der des BLL, sprach.

Nach der Geburt unserer Tochter im November 1974 bot Dr. Pölert an, dass ich das Baby mit nach Bad Honnef mitnehmen könne, um baldmöglichst wieder im BLL arbeiten zu können. Das ging eine Weile gut, und dem BLL sei für seine Großzügigkeit gedankt. Als 1977 das zweite Kind kam, habe ich eine längere Auszeit genommen und bin erst 1992 zum BLL zurückgekehrt. Aufgrund des Angebots von Dr. Pölert, den „Literaturdienst“ fortzuführen, blieb ich auf dem Laufenden und hatte ständig Kontakt mit dem Büro. Der Wiedereinstieg nach 15 Jahren verlief daher völlig problemlos.

1996 wurde ich zur Geschäftsführerin, hauptverantwortlich für den wissenschaftlichen Bereich, ernannt. Ende 2001 bin ich aus dem BLL ausgeschieden und 2002 mit meinem Mann nach Brüssel gegangen, um dort eine Außenstelle des deutschen Aromenverbandes aufzubauen. Die Tätigkeit im BLL war für mich eine prägende, lehrreiche und interessante Zeit. So bin ich dem BLL auch heute noch sehr verbunden.
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