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Geschichte

Health Claims und Verzehrsstudie als Teil der Schnittmenge

Prof. Dr. Gerhard Rechkemmer, Präsident des Max Rubner-Instituts, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (MRI)
Dem BLL gehören als Dachverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft mehrere hundert Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelproduktionskette an. Im Mittelpunkt deren Interesses stehen Themen wie Qualitätssicherung, nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben, Lebensmittelhygiene, Nahrungsergänzungsmittel, Zusatzstoffe und viele andere Fragestellungen rund um Ernährung und Lebensmittel.

Damit ergibt sich zwangsläufig eine große Schnittmenge zu Forschungsthemen des Max Rubner-Instituts. Beides, „Ernährung“ und „Lebensmittel“, sind die erklärten Forschungsgebiete des Instituts – vom Ernährungsverhalten, über Verfahrenstechnik, Qualität und Sicherheit der großen Lebensmittelgruppen bis hin zur Mikrobiologie und Biotechnologie sowie – ganz wichtig – den gesundheitlichen Wirkungen der Ernährung und einzelner Lebensmittel.

Insbesondere das letzte Thema rückt bei den Verbrauchern immer mehr in den Fokus: Neuartige Verfahren oder einzelne Verfahrensschritte im Bereich der Lebensmitteltechnologie und – ganz umfassend – mehr oder minder stark verarbeitete Lebensmittel werfen nicht nur immer häufiger Fragen auf, sondern laden auch selbst – oder von den Medien – ernannte Experten regelmäßig zu emotional und öffentlichkeitswirksam geführten Diskussionen ein. Doch gerade hier können Ergebnisse aus der Wissenschaft zur Versachlichung beitragen und Vertrauen in Prozesse und in Produkte erhalten oder herstellen.

Doch nicht nur hier kommt der Wissenschaft eine wichtige Rolle zu: Ob bei Entscheidungen der Politik oder Überlegungen von Unternehmern zur Veränderung von Prozessen – immer wieder ist die Komplexität von Aktion und Reaktion im Ernährungs- und Lebensmittelbereich nur im Rahmen von Forschung nachzuvollziehen und zu verstehen. Um aber auf diesem Gebiet sinnvoll Forschung betreiben und Ergebnisse effizient implementieren zu können, müssen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft Wege zum Austausch von Informationen bestehen. Solche Wege zu bereiten, zu ebnen und zu pflegen, dies ist ein wichtiger Verdienst des BLL aus Sicht des Max Rubner-Instituts. In dieser Hinsicht gab es in den letzten Jahren insbesondere zu zwei Themen einen Austausch zwischen MRI und BLL: zu den gesundheitsbezogenen Aussagen bei Lebensmitteln (Health Claims) und den hierfür geforderten wissenschaftlichen Studien sowie zu den Ergebnissen und deren Interpretation der Nationalen Verzehrsstudie. Trotz teilweise unterschiedlicher Auffassungen kam es hier zu einem intensiven und konstruktiven Dialog.

Auf einander zu gingen – zum beidseitigen Nutzen – und in konstruktiver Weise Verband und Institut auch in der Konzeptionierungsphase des Bundeslebensmittelschlüssels, bei der Etablierung der Nationalen Verzehrsstudie und nicht zuletzt bei der Bearbeitung vieler komplexer Fragestellungen zur Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln, etwa im Rahmen der Minimierungsstrategie von Acrylamid oder 3-MCPD-Fettsäuren im Produktionsprozess.

Zukünftig wünschen wir uns eine Weiterführung dieses konstruktiven Dialogs und dem BLL in diesem Sinne eine gute Zukunft.
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