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Geschichte

Sichere Lebensmittel – ein gemeinsames Ziel

Dr. Helmut Tschiersky, Präsident des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
Im Jahr 2002 entstand das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) als Risikomanagementbehörde, die Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette wahrnimmt: Bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, Tierarzneimitteln, gentechnisch veränderten Organismen und bestimmten Lebensmitteln, bei der Koordination bundesweiter Überwachungsprogramme, Erstellung von Berichten an die Europäische Kommission oder etwa beim bundesweiten Krisenmanagement.

Für eine erfolgreiche Bewältigung ihrer Aufgaben brauchen BVL und BLL zuverlässige Ansprechpartner auf Seiten der Wirtschaft bzw. der Behörden: Mit dem BLL hatte sich von Anfang an eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt, die naturgemäß auch kritischen Themen nicht ausklammern kann. Zwei Beispiele: Bereits kurz nach Gründung des BVL hatte der BLL die gemeinsame Minimierungsstrategie für Acrylamid in erhitzten Backwaren unterstützt. Als 2012 der Nachweis erhöhter Werte der quartären Ammoniumverbindungen BAC und DDAC in verschiedenen Lebensmitteln eine schnelle und für alle Seiten praktikable Lösung des Problems erforderlich machte, war der BLL bereit, kurzfristig Daten seiner Mitglieder zur Verfügung zu stellen.

Auch bei unterschiedlichen Sichtweisen ist der BLL stets zu einem konstruktiven Dialog bereit: Zwischen dem Arbeitskreis Nahrungsergänzungsmittel des BLL und dem BVL findet seit Jahren ein intensiver Austausch statt, etwa zu den Themen Health Claims, Gemeinsame Expertenkommission oder zu der Stoffliste des Bundes und der Länder.

Redner des BLL sind gern gesehene Gäste auf Symposien des BVL, wie umgekehrt auch Vertreter des BVL Gelegenheit haben, auf Veranstaltungen des BLL die Ansichten der behördlichen Seite vorzustellen.

Der Verbraucher gewinnt, wenn beide Seiten gut zusammenarbeiten. Nach diesem Motto müssen auch künftige Herausforderungen angenommen werden: Ein mit behördlichen Systemen kompatibles Datenmanagement der Wirtschaft würde neue Perspektiven bei der schnellen Bewältigung von Risiko- und Krisenlagen eröffnen sowie den gesundheitlichen Verbraucherschutz insgesamt weiter verbessern. Die erfolgreiche „Task Force Pflanzenschutzmittelrückstände“ beim BVL zeigt, dass man wichtige neue Erkenntnisse zu beiderseitigem Nutzen gewinnen kann, wenn Daten der Wirtschaft und der Überwachung gemeinsam ausgewertet werden.

Ich gratuliere dem BLL zu 60 Jahren erfolgreicher Arbeit und wünsche uns allen eine weiterhin fruchtbare Zusammenarbeit für das gemeinsame Ziel: sichere Lebensmittel.
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