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Antieuropäische Strömungen dürfen nicht die lebensmittelpolitische Agenda bestimmen

Erwartung der deutschen Lebensmittelwirtschaft an die EU-Institutionen 2019 bis 2024
Antieuropäische Politik auf Grundlage von Vorwürfen statt Belegen ist das Gegenteil von „besserer Gesetzgebung“ wie wir sie uns vorstellen. Antieuropäische Strömungen dürfen nicht die lebensmittelpolitische Agenda bestimmen.

Beispiel: Angebliche doppelte Qualitätsstandards


Unter Führung der vier Visegrad-Staaten wurde in der letzten Legislaturperiode das Thema „unterschiedliche Qualitäten von Lebensmitteln“ als Symbol für eine antieuropäische Politik genutzt – ohne dass überhaupt dargelegt war, dass es die behaupteten doppelten Qualitätsstandards zwischen Ost und West überhaupt gibt. Zum Ende der Legislaturperiode widerlegte der Bericht der Gemeinsamen Forschungsstelle den Vorwurf eines qualitativen „Ost-West-Gefälles“ bei Lebensmitteln in Europa – während die Gesetzgebung zur Behebung des Problems schon erlassen worden war. Das ist das Gegenteil von „besserer Gesetzgebung“ wie wir sie uns vorstellen.

Es gibt und gab schon immer Rezepturunterschiede innerhalb Europas, aber das hat nichts mit unterschiedlichen Qualitäten im Sinne von gut und schlecht oder sicher und unsicher zu tun, sondern beispielsweise mit unterschiedlichen Geschmackspräferenzen. Auch eine Anpassung der Produkte an das Angebot der Wettbewerber oder unterschiedliche Preisniveaus können Gründe für Rezepturabweichungen sein. Entscheidend ist, dass überall dieselben Regelungen und Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit und Verbraucherinformation gelten.

Geschmackliche Vielfalt gehört zu Europa, wie die Vielfalt der Sprachen, Traditionen und Temperamente, deshalb kann es keine Einheitsrezepturen geben und schon gar keine Verpflichtung dazu.


Welche Erwartungen hat die deutsche Lebensmittelwirtschaft noch an die EU-Institutionen in der Legislaturperiode bis 2024? Hier geht's zum Überblick.
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