Startseite
Kennzeichnung

Herkunftskennzeichnung

Welche Angaben zur Herkunft finde ich auf der Verpackung? Wann und wie wird die Herkunft gekennzeichnet? Herkunftskennzeichnung ist ein Thema, das sowohl Verbraucher und Lebensmittelwirtschaft als auch die Politik beschäftigt.

Das Erklärvideo gibt einen Überblick zum Thema:

Das Video liegt bei YouTube, also einer externen Plattform. Aktuell werden keine Daten an YouTube übertragen. Zum Aktivieren des Videos müssen Sie auf den Button "Video aktivieren" unten klicken. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass nach der Aktivierung eine Verbindung zu den Servern von YouTube hergestellt wird.


Video aktivieren



Verpflichtende Herkunftskennzeichnung – was steht auf der Verpackung


Nicht nur bei Rindfleisch gibt es bereits eine generelle Verpflichtung zur Herkunftskennzeichnung, sondern bei einer Vielzahl anderer Lebensmittel auch, so unter anderem für Obst und Gemüse, Honig, Bio-Lebensmittel und Fisch.

Darüber hinaus informieren geschützte Siegel und freiwillige Angaben der Hersteller über eine besondere Herkunft. Zum Beispiel garantieren geschützte geografische Bezeichnungen, dass Produkte aus der genannten Region stammen.

EU: Geschützte geografische Angaben


  • Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.): Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Erzeugnisses in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren.
    Bsp: "Allgäuer Bergkäse". Er ist mit dem Siegel "g.U." gesichert. Für den Bergkäse bedeutet das, dass er nur diesen Namen tragen darf, wenn er tatsächlich im Allgäu produziert wird und dem Gebiet seine Güte oder Eigenschaften verdankt. Die Regelung verhindert, dass ursprüngliche Spezialitäten andernorts unter diesem Namen hergestellt werden.

  • Geschütze geographische Angabe (g. g. A.): Enge Verbindung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel mit dem Herkunftsgebiet. Mindestens eine der Produktionsstufen - also Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung - wird im Herkunftsgebiet durchlaufen.
    Ein Beispiel ist Lübecker Marzipan. In Lübeck wachsen aufgrund des dortigen Klimas keine Mandeln. Sie müssen aus anderen Gebieten zugeliefert werden, je nach Angebot, Preis, Ernteergebnis und Verfügbarkeit. Doch auch wenn die Mandeln nicht aus Lübeck kommen, zweifelt keiner Lübeck als Herkunftsort des Marzipans an. Das Gütesiegel garantiert, dass das Marzipan in Lübeck final produziert wurde. Gleiches gilt für Düsseldorfer Löwensenf: Senfkörner können nicht in Düsseldorf geerntet werden. Geschützt wird die für das Produkt entscheidende Herstellungsstufe, der es seinen besonderen Ruf verdankt.
  • Garantiert traditionelle Spezialität (g. t. S.): Traditionelle Zusammensetzung des Erzeugnisses oder traditionelles Herstellungs- und/oder Verarbeitungsverfahren.
    Die Abkürzung bezieht sich also nicht auf die Herkunft. Die Erzeugnisse können überall in der Europäischen Union hergestellt oder verarbeitet werden, sie zeichnen sich entweder durch traditionelle Zusammensetzung oder durch ein traditionelles Herstellungs- und oder Verarbeitungsverfahren aus. Mozzarella ist ein Beispiel für ein "g.t.S."-Produkt.


Erweiterung der bestehenden Kennzeichnung?


Der Europäische Gesetzgeber prüft derzeit, ob und in welchem Umfang die bereits bestehenden Verpflichtungen zur Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln und ggf. auch ihrer Zutaten ergänzt werden soll. Dieser Prüfauftrag ist in der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) festgelegt, die seit 2014 gilt.

Bei Rindfleisch muss bereits seit einigen Jahren der Herkunftsort angegeben werden. Zuletzt wurde beschlossen, dass ab 2015 auch bei Schweine-, Geflügel- sowie Schaf- und Ziegenfleisch die Herkunft ausgewiesen werden muss. Das gilt für frisches, gekühltes und gefrorenes Fleisch. In der Regel sind zwei Angaben erforderlich, das Land, in dem die hauptsächliche Mast und Aufzucht stattfand sowie das Land der Schlachtung. (Noch) nicht betroffen sind verarbeitete Fleischprodukte.

Zurzeit beschäftigt sich der EU-Gesetzgeber mit Folgenabschätzungen zu weiteren Lebensmitteln und Lebensmittelzutaten, u.a. zu Milch und Milch als Zutat zu Milchprodukten, unverarbeiteten Lebensmitteln und Lebensmitteln aus einer Zutat und zu Zutaten, die mehr als 50 Prozent eines Lebensmittels ausmachen. Diese Prüfungen sollen bis Ende 2014 abgeschlossen sein und dann ebenfalls Grundlage etwaiger Regelungen zu entsprechenden Herkunftskennzeichnungspflichten werden. Die Folgenabschätzungen (Impact Assessments) müssen den gesetzlichen Regelungen vorgeschaltet werden, denn damit wird geprüft, welche Verpflichtungen mit welchem Aufwand verbunden sind. Nur so kann auf der einen Seite dem Verbraucherinteresse nach mehr Information über die Herkunft von Lebensmitteln ebenso Rechnung getragen werden, wie auf der anderen Seite den potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen solcher Verpflichtungen auf die Unternehmen.
Druckansicht
Artikel bewerten

Aktuell

  • Ernährungsbildung

    Spiele- und Quizwelt zum Tag der Lebensmittelvielfalt

    Spiele- und Quizwelt zum Tag der Lebensmittelvielfalt Zum „Tag der Lebensmittelvielfalt“ am 31. Juli hat der Lebensmittelverband Deutschland eine Spiele- und Quizwelt unter www.tag-der-lebensmittelvielfalt.de ins Leben gerufen.
    Mehr ...
  • Novel Food

    Kann man Quallen essen?

    Kann man Quallen essen? In asiatischen Ländern stehen Quallen schon lange auf dem Speiseplan, hierzulande gelten sie als Novel-Food und sind noch nicht zugelassen. Welches Potential haben die Meereslebewesen?
    Mehr ...

Meistgelesen

  • Zusatzstoffe

    Liste der Zusatzstoffe und E-Nummern

    In diesem Artikel sind alle Zusatzstoffe mit E-Nummern aufgelistet, die Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen.
    Mehr ...
  • Nährwertkennzeichnung

    Nutri-Score

    Der Nutri-Score ist ein System zur Kennzeichnung des Nährwertprofils eines Lebensmittels auf der Verpackungsvorderseite mit Buchstaben und Ampelfarben, auf Basis eines Bewertungsalgorithmus.
    Mehr ...
  • Hygiene

    Hygiene beim Umgang mit Mehrweg-Behältnissen: Merkblätter und Videos

    Die Nutzung von Mehrweg-Bechern, -Behältnissen und -geschirr wird immer beliebter. Damit es beim Umgang damit hygienisch zu geht, bietet der Lebensmittelverband drei Merkblätter plus Lehrvideos.
    Mehr ...
zum Lebensmittelmagazin

Noch mehr zu Lebensmitteln & Ernährung: Besuchen Sie unser Online-Magazin lebensmittelmagazin.de

Zum Magazin ...

Presse Presse

  • Pressemitteilung

    Vanillekipferl sind die beliebtesten Weihnachtsplätzchen

    Vanillekipferl sind die beliebtesten Weihnachtsplätzchen der Deutschen – am meisten selber gebacken werden aber Mürbeteigplätzchen. Das ergab eine Civey-Umfrage im Auftrag des Lebensmittelverbands.
    Mehr ...

Veranstaltungen Veranstaltungen

  • 05.12.2022

    Tagung "Zukunft der Ernährung"

    Wir möchten Sie herzlich zu unserer Veranstaltung „Zukunft der Ernährung – Denkanstöße“ am 5. Dezember 2022 in Berlin (oder digital) einladen.
    Mehr ...

Publikationen Publikationen

  • Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen

    Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen Erklärung der Angaben auf der Verpackung (Zutaten, MHD, Menge und mehr).
    Download PDF
  • Neue Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel

    Neue Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel Dokumentation mit Vorträgen und Fragen-Antworten-Katalog
    Download PDF
  • Nahrungsergänzungsmittel – die wichtigsten Fakten

    Nahrungsergänzungsmittel – die wichtigsten Fakten Informationen zu Nutzen, rechtlichen Vorgaben, Kennzeichnung und Sicherheit.
    Download PDF
  • 10 Fragen & Antworten zum MHD

    10 Fragen & Antworten zum MHD Informationen zur Kennzeichnung der Haltbarkeit.
    Download PDF
Facebook Twitter LinkedIn Youtube Instagram RSS-Feed