Pressemitteilung

Nahrungsergänzungsmittel: Undifferenzierte Kritik verkennt Versorgungslage und Rechtsrahmen

Berlin, - Anlässlich des ARD-Themenschwerpunkts zu Nahrungsergänzungsmitteln zeigt sich der Arbeitskreis Nahrungsergänzungsmittel im Lebensmittelverband Deutschland irritiert, dass bereits in der Ankündigung mit undifferenzierten und sachlich unzutreffenden Aussagen gearbeitet wird. Es entsteht der Eindruck, als würden zentrale wissenschaftliche Erkenntnisse, der geltende europäische Rechtsrahmen sowie die tatsächliche Versorgungslage der Bevölkerung verkürzt oder verzerrt dargestellt. Dies trägt nicht zur Aufklärung bei, sondern verfestigt Fehlannahmen.

Der Ernährungs- und Versorgungsstatus der Bevölkerung mit Vitaminen und Mineralstoffen ist nach vorliegenden nationalen und europäischen Verzehrstudien seit Jahrzehnten nicht durchgängig bedarfsdeckend. Diese Erkenntnis ist wissenschaftlich unstrittig und betrifft nicht einzelne Randgruppen, sondern verschiedene Nährstoffe und Bevölkerungsgruppen. Gerade vor diesem Hintergrund hat der europäische Gesetzgeber bereits vor fast 25 Jahren einen einheitlichen Rechtsrahmen für Nahrungsergänzungsmittel geschaffen. Ziel war es ausdrücklich, Verbraucherinnen und Verbrauchern neben der üblichen Ernährung eine zusätzliche, sichere und transparente Option zur Verbesserung ihres individuellen Versorgungsstatus zu eröffnen. Dies ist auch in der EU-Nahrungsergänzungsmittelrichtlinie ausdrücklich festgehalten. Dort heißt es unter anderem: „Aus Untersuchungen geht hervor, dass dieser Idealfall [einer ausreichenden Nährstoffversorgung allein über die Ernährung] in der Gemeinschaft nicht auf alle Nährstoffe und alle Bevölkerungsgruppen zutrifft.“ Pauschale Aussagen, Nahrungsergänzungsmittel seien „überflüssig“ oder „unnötig“, sind deshalb sachlich nicht zutreffend.

Ebenso unzutreffend ist die Behauptung, Nahrungsergänzungsmittel dürften nur bei ärztlich diagnostizierten Mängeln verwendet werden. Diagnostizierte Mängel und Erkrankungen gehören in ärztliche Behandlung und gegebenenfalls in die Arzneimitteltherapie. Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel zur gezielten Ergänzung der normalen Ernährung und eben nicht zur Therapie von Krankheiten. Der europäische Gesetzgeber hat diesen Unterschied bewusst gezogen und mit umfangreichen Sicherheits- und Kennzeichnungsvorgaben flankiert: Zugelassene Vitamine und Mineralstoffe, verpflichtende Angaben zur täglichen Verzehrmenge, klare Warnhinweise, vollständige Inhaltsstoffkennzeichnung sowie nationale Anzeigeverfahren stellen sicher, dass Nahrungsergänzungsmittel sicher sind und von den Verbraucherinnen und Verbrauchern richtig eingeordnet werden. Studien zeigen, dass Konsumentinnen und Konsumenten Nahrungsergänzungsmittel bewusst und zielgerichtet ergänzen.

Auch die häufig geäußerte These, Nahrungsergänzungsmittel hätten „ungezielt eingesetzt keinen Nutzen“, greift zu kurz. Der Nutzen eines Nahrungsergänzungsmittels besteht per Definition darindie Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen oder anderen Stoffen zu ergänzen, wenn die normale Ernährung dies nicht ausreichend leistet. Ein darüber hinaus gehender gesundheitsbezogener Nutzen ist weder Zweck noch Voraussetzung. Werden Gesundheitswirkungen ausgelobt, gelten für Nahrungsergänzungsmittel dieselben strengen rechtlichen Anforderungen wie für alle anderen Lebensmittel: Erlaubt sind ausschließlich ausdrücklich zugelassene Health Claims. Alles andere ist unzulässig.

Nicht zuletzt ist festzuhalten: Nahrungsergänzungsmittel unterliegen als Lebensmittel besonders hohen Sicherheitsanforderungen. Die pauschale Unterstellung eines geringeren Sicherheitsniveaus gegenüber Arzneimitteln verkennt die grundlegenden Unterschiede zwischen beiden Produktkategorien. Der Arbeitskreis Nahrungsergänzungsmittel setzt sich seit Jahren für wissenschaftlich fundierte Information und transparente Verbraucheraufklärung ein, zum Beispiel mit dem umfangreichen Informationsangebot unter https://www.nahrungsergaenzungsmittel.org, Flyern, einem interaktiven Quiz zu Vitaminen und Mineralstoffen sowie dem Podcast „ErnährungPlus – der FoodCast.

 

 

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