Startseite
Unerwünschte Stoffe

Fortschritte in Sachen Acrylamid

Bonn, 03.12.2002 -

Erste Erfolge der dynamischen Minimierungsstrategie


Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) e.V., Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft, ist davon überzeugt, dass die Problematik Acrylamid nur gemeinsam von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sachgerechten Lösungen zugeführt werden kann. Der BLL unterstützt daher das dynamische Minimierungskonzept des Bundes und der Länder. Die Branchen unternehmen große Anstrengungen, um die Acrylamidgehalte zu verringern. Erste Erfolge sind erkennbar; so wurden beispielsweise bei Kartoffelchips die Acrylamidgehalte durch Prozessoptimierung um durchschnittlich 15 % reduziert. Auch bei anderen Produkten wurden durch die Anpassung der Temperatur-/Zeitführung Erfolge sichtbar.

Die Wissenschaft ist weiter gefragt


Seit dem Bekanntwerden der Acrylamidfunde in bestimmten Lebensmitteln bemüht sich die Lebensmittelwirtschaft gemeinsam mit Wissenschaft und Behörden darum, möglichst rasch - auch im internationalen Kontext - die ungeklärten Fragen zu lösen. So ist es inzwischen gelungen, eine zuverlässige Analytik zu entwickeln. Forscherteams konnten Ende September nachweisen, dass Acrylamid u.a. aus der Aminosäure Asparagin und reduzierenden Zuckern entsteht. Diese Erkenntnis ist ein erster wichtiger Schritt, um die Verringerung der Acrylamidgehalte gezielt angehen zu können; dennoch stehen wir erst am Beginn der Forschung, da weitere Bildungsmechanismen vermutet werden.
Unklar ist immer noch, welche toxikologische Wirkung durch Lebensmittel aufgenommenes Acrylamid beim Menschen hat. Eine abschließende Risikobewertung ist erst möglich, wenn Erkenntnisse zur Dosis-Wirkungsbeziehung und Bioverfügbarkeit vorliegen und Aussagen zum Abbau im menschlichen Organismus getroffen werden können. Hierzu laufen mehrere Forschungsprojekte, die von der Lebensmittelwirtschaft maßgeblich unterstützt werden.

Kooperation des Verbrauchers ist gefragt


Neue wissenschaftlich fundierte Verzehrsempfehlungen können dem Verbraucher derzeit nicht gegeben werden. WHO, FDA oder das Bundesamt für Gesundheit (Schweiz) machten deutlich, dass keine Notwendigkeit besteht, die Ernährung umzustellen. Der Verbraucher solle sich ausgewogenen und vielseitig ernähren. Er kann die Aufnahme von Acrylamid aber weiter reduzieren, indem er einige wesentliche Punkte bei der häuslichen Lebensmittelzubereitung beachtet. So sollen beim Braten und Backen nicht zu hohe Temperaturen eingesetzt werden ("vergolden, nicht verkohlen!"), die Frittiertemperatur auf ca. 175 °C abgesenkt und Produkte generell nicht zu lange erhitzt werden.

Acrylamid ist kein Lebensmittelskandal


Acrylamid in Lebensmitteln ist kein Lebensmittelskandal. Niemand – auch nicht die Lebensmittelwirtschaft – kann dafür verantwortlich gemacht werden. Die Lebensmittelwirtschaft wird auch weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit das ernst zu nehmende Problem „Acrylamid“ die gebotene sachliche Behandlung erfährt. In Verantwortung für die Verbraucher, setzt sie sich mit allem Nachdruck dafür ein, ohne Zeitverzögerung zu wissenschaftlich fundierten Ergebnissen zu gelangen.

In der Diskussion um Acrylamid in Lebensmitteln darf aber nicht verkannt werden, dass es sich um ein wissenschaftlich komplexes Problem handelt, das keine schnellen Erfolge erwarten lässt.
Druckansicht
Artikel bewerten

Aktuell

  • Ernährungsbildung

    Spiele- und Quizwelt zum Tag der Lebensmittelvielfalt

    Spiele- und Quizwelt zum Tag der Lebensmittelvielfalt Zum „Tag der Lebensmittelvielfalt“ am 31. Juli hat der Lebensmittelverband Deutschland eine Spiele- und Quizwelt unter www.tag-der-lebensmittelvielfalt.de ins Leben gerufen.
    Mehr ...
  • Novel Food

    Kann man Quallen essen?

    Kann man Quallen essen? In asiatischen Ländern stehen Quallen schon lange auf dem Speiseplan, hierzulande gelten sie als Novel-Food und sind noch nicht zugelassen. Welches Potential haben die Meereslebewesen?
    Mehr ...

Meistgelesen

  • Zusatzstoffe

    Liste der Zusatzstoffe und E-Nummern

    In diesem Artikel sind alle Zusatzstoffe mit E-Nummern aufgelistet, die Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen.
    Mehr ...
  • Nährwertkennzeichnung

    Nutri-Score

    Der Nutri-Score ist ein System zur Kennzeichnung des Nährwertprofils eines Lebensmittels auf der Verpackungsvorderseite mit Buchstaben und Ampelfarben, auf Basis eines Bewertungsalgorithmus.
    Mehr ...
  • Hygiene

    Hygiene beim Umgang mit Mehrweg-Behältnissen: Merkblätter und Videos

    Die Nutzung von Mehrweg-Bechern, -Behältnissen und -geschirr wird immer beliebter. Damit es beim Umgang damit hygienisch zu geht, bietet der Lebensmittelverband drei Merkblätter plus Lehrvideos.
    Mehr ...
zum Lebensmittelmagazin

Noch mehr zu Lebensmitteln & Ernährung: Besuchen Sie unser Online-Magazin lebensmittelmagazin.de

Zum Magazin ...

Presse Presse

  • Pressemitteilung

    Vanillekipferl sind die beliebtesten Weihnachtsplätzchen

    Vanillekipferl sind die beliebtesten Weihnachtsplätzchen der Deutschen – am meisten selber gebacken werden aber Mürbeteigplätzchen. Das ergab eine Civey-Umfrage im Auftrag des Lebensmittelverbands.
    Mehr ...

Veranstaltungen Veranstaltungen

  • 05.12.2022

    Tagung "Zukunft der Ernährung"

    Wir möchten Sie herzlich zu unserer Veranstaltung „Zukunft der Ernährung – Denkanstöße“ am 5. Dezember 2022 in Berlin (oder digital) einladen.
    Mehr ...

Publikationen Publikationen

  • Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen

    Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen Erklärung der Angaben auf der Verpackung (Zutaten, MHD, Menge und mehr).
    Download PDF
  • Neue Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel

    Neue Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel Dokumentation mit Vorträgen und Fragen-Antworten-Katalog
    Download PDF
  • Nahrungsergänzungsmittel – die wichtigsten Fakten

    Nahrungsergänzungsmittel – die wichtigsten Fakten Informationen zu Nutzen, rechtlichen Vorgaben, Kennzeichnung und Sicherheit.
    Download PDF
  • 10 Fragen & Antworten zum MHD

    10 Fragen & Antworten zum MHD Informationen zur Kennzeichnung der Haltbarkeit.
    Download PDF
Facebook Twitter LinkedIn Youtube Instagram RSS-Feed