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Zuviel ist zu viel: Keine neue Erkenntnis im Film „Super Size Me“

Bonn, 14.07.2004 -
Als extrem überzogen und realitätsfremd sieht der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) den Selbstversuch von Morgan Spurlock, Hauptdarsteller und Regisseur des amerikanischen Films „Super Size Me“. Er isst und trinkt täglich 5.000 Kilokalorien ausschließlich in Form typischer Fast-Food-Produkte –– eine Menge, die den Energiebedarf um mehr als das Doppelte übersteigt. Ernährungswissenschaftler sind sich einig: Jeder Mensch, der so viele Kalorien zu sich nimmt und dabei wie Spurlock keine Energie durch körperliche Bewegung verbraucht, steigert sein Gewicht und beschert sich Gesundheitsprobleme. Folglich hätte Morgan Spurlock diesen Versuch mit jedem anderen Lebensmittel durchführen und ähnliche Ergebnisse erzielen können. Zudem ist das gezeigte Übergrößen-Experiment Spurlocks nicht auf Deutschland übertragbar: Die Super-Size-Portionsgrößen wie sie in den USA auf dem Markt waren, gibt es in Europa nicht. Die Portionen hierzulande haben nichts mit den Mengen gemein, die sich Spurlock täglich einverleibt hat. Das deutsche Fast-Food-Angebot bietet außerdem eine größere Vielfalt an Lebensmitteln wie Salat und Obst, die in der einseitigen Auswahl Spurlocks nicht vorkommen. Zu viel Essen und Trinken und zu wenig Bewegung schaden der Gesundheit; das wird in „Super Size Me“ deutlich, wenngleich diese Erkenntnis allseits bekannt ist.

Der Film präsentiert dem Verbraucher den Fast-Food-Anbieter als vermeintlichen Verursacher von Übergewicht und entlässt ihn damit aus seiner eigenen Verantwortung, sich zu informieren, gesund zu ernähren und sich ausreichend zu bewegen.

Eine Fokussierung der Übergewichts-Diskussion auf einzelne Lebensmittel wird der komplexen Thematik nicht gerecht. Dies belegen auch wissenschaftliche Arbeiten. Im Hinblick auf das steigende Übergewicht zeigt sich, dass bestimmten Verbrauchergruppen die Beziehung von Energieaufnahme und -verbrauch trotz vieler Informations- und Aufklärungsmaßnahmen noch nicht ausreichend vertraut ist. Hier muss gezielt angesetzt und die Eigenverantwortung gestärkt werden. Die vom Bundesverbraucherministerium und der Lebensmittelwirtschaft initiierte Plattform „Ernährung und Bewegung“ wird ein wesentlicher Schritt dazu sein. Die Plattform wird ein Forum für alle gesellschaftlichen Bereiche, die dazu beitragen können und wollen, dass unsere Kinder einen gesunden Lebensstil führen, dass sie gesund essen und sich wieder mehr bewegen.
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