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Traditioneller Neujahrsempfang der Lebensmittelwirtschaft in Bonn: Keine Ampel auf Lebensmitteln in Deutschland

Bonn, 05.02.2007 -
Auf dem diesjährigen Neujahrsempfang des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) am vergangenen Freitag in Bonn sprach sich Staatssekretär Gert Lindemann, Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit klaren Worten gegen eine Ampelkennzeichnung auf Lebensmitteln aus. „Wir beabsichtigen nicht, solche Systeme vorzuschreiben oder dies auf europäischer Ebene zu forcieren“ betonte Lindemann. Erfahrungen in Großbritannien zeigten, dass eine solche Kennzeichnung das Kaufverhalten nicht beeinflusse. Im Rahmen der deutschen Ratspräsi-dentschaft werde das Ministerium sich um die Fortführung der Arbeiten zum Thema Ernährung und Bewegung bemühen, wo nunmehr auf europäischer Ebene ein Weißbuch erarbeitet werden soll. Auch würden derzeit Ansätze zum Zusammenschluss verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, aber auch die Zusammenarbeit betroffener Ministerien – wie der Ernährungs -, Gesundheits-, Familien- und Bildungsministerien – zur Bekämpfung des Gesundheitsproblems Übergewicht im Vordergrund stehen.

BLL-Präsident Theo Spettmann vergab in seiner Rede eine „tief“rote Ampel an diejenigen politischen Gruppen, die eine Ampelkennzeichnung befürworten. Eine Bewertung von Lebensmitteln in „rot“, „gelb“, „grün“ führe zu einer Einteilung in „gute“ und „schlechte“ Lebensmittel, die wissenschaftlich nicht haltbar und letztlich eine Bevormundung des Verbrauchers ist. Der Verbraucher brauche eine objektive, klare und leicht verständliche Information – nur dann erfülle sie ihren Zweck und werde auch genutzt.

„Eine Politik, die Bürger per Verordnung zu einem bestimmten Lebensstil zwingen will, scheitert“, mahnte Martin Schulz, Vorsitzender der Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Europas – PSE. Von einer roten Ampel werde sich der Deutsche nicht von der Currywurst, der Italiener nicht von der Pizza, der Franzose sich nicht von der „Foie gras“ abhalten lassen. Mehr Kultur, mehr Spaß am Essen müsse erreicht werden. Von der deutschen Ratspräsidentschaft erwarte er, dass Bürokratieabbau betrieben werde, und zwar dort, wo Bürokratie entstehe. Schulz spannte den Bogen von Regelungsdiskussionen im Ernährungsbereich zu für ihn weiteren wesentlichen Herausforderungen der europäischen Politik und damit in der jetzigen Ratspräsidentschaft wie Friedenssicherung, Klimawandelproblematik und Arbeitslo-sigkeits- und Kriminalitätsbekämpfung.

Im BLL-Memorandum zur deutschen Ratspräsidentschaft sind die Kernforderungen der Lebensmittelwirtschaft zu den Bereichen Verbraucherschutz, Lebensmittelsicherheit, bessere Rechtssetzung, Verbraucherinformation, Lebensmittel- und Nährwertkennzeichnung, Ernährung und Bewegung und Innovation detailiiert aufgeführt. Mehr unter: www.bll.de.


Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette – Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft und angrenzende Gebiete – an.
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