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Kennzeichnung

Pro einheitliche Nährwertkennzeichnung, kontra Regelungsflut: BLL kritisiert Entscheidung des EP-Umweltausschusses für generelle Verpflichtung zur Herkunftskennzeichnung

Berlin, 19.04.2011 -
Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) begrüßt grundsätzlich den heutigen Beschluss des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments für eine einheitliche Nährwertkennzeichnung in Europa. Als unpraktikabel und unverhältnismäßig kritisiert er allerdings dessen Votum einer umfassenden Verpflichtung zur Herkunftskennzeichnung bei einer Vielzahl von Lebensmitteln und Lebensmittelzutaten. BLL-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Matthias Horst bezeichnete die Entscheidung, die Herkunftskennzeichnungsverpflichtung zu verankern, ohne zuvor die Machbarkeit im Rahmen eines Impact Assessment abgeprüft zu haben, als nicht nachvollziehbar: "Neben der Lebensmittelwirtschaft haben auch die Kommission, die Bundesregierung und weitere Mitgliedstaaten eine solche Folgenabschätzung eingefordert. Zunächst muss geprüft werden, was mit welchem Aufwand zu leisten ist und welchen Nutzen es bringt. Erst dann kann entschieden werden und nicht umgekehrt." Aus Sicht der Lebensmittelwirtschaft muss es nun in den anstehenden Trilogverhandlungen zwischen Kommission, Rat und Europäischem Parlament gelingen, diese Mindestanforderung an eine gute Gesetzgebung zu verankern, die realitätsnah und machbar in der Umsetzung ist.

Der Weg zu einer einheitlichen Nährwertkennzeichnung in der Europäischen Union wird von der Lebensmittelwirtschaft engagiert mitgegangen. Horst begrüßte das Votum des Ausschusses zur Begrenzung der Pflichtkennzeichnungselemente und freien Wahl des Angabenfeldes:"Weniger ist mehr, ist der richtige Ansatz. Die mindestens 36 Pflichtangaben, die das Europäische Parlament noch in erster Lesung beschlossen hatte, waren schlicht unpraktikabel." Die Verordnung sieht in der zweiten Lesung verpflichtende Angaben zum Energiegehalt, Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß, Salz und Transfettsäuren pro 100 Gramm bzw. Milliliter in einem Blickfeld vor. GDA-Angaben (Guideline Daily Amount), d. h. Nährwertangaben in Relation zum Richtwert für die Tageszufuhr sowie pro Portion, sollen zusätzlich freiwillig möglich bleiben. Als überflüssig und verwirrend für die Verbraucher erachtet der BLL bei dem Regelungsansatz die Kennzeichnung der Transfettsäuren.

Der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft begrüßte eine ganze Reihe weiterer Entscheidungen des Umweltausschusses, die das Ziel der Praktikabilität der Regelung gerade auch für kleinere und mittlere Unternehmen, insbesondere auch des Lebensmittelhandwerks, sicherstellen, wie etwa bestimmte Ausnahmen oder Sonderregelungen zur Nährwert- und Allergenkennzeichnung.


Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören ca. 500 Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette – Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft und angrenzende Gebiete – sowie zahlreiche Einzelmitglieder an.
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