Startseite
Pressemitteilung

Reduktion von Fett, Zucker und Salz: keine staatlichen Vorgaben sondern Freiwilligkeit

Berlin, 14.01.2016 -
Anlässlich seines Neujahrsempfangs hat der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) Stellung zu der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft angedachten nationalen Reduktionsstrategie zu Fett, Zucker und Salz bezogen: „Da sehe ich viele zu klärende Fragezeichen, denn eine staatliche Rezepturvorgabe kann niemand ernsthaft verfolgen, der geschmackliche Vielfalt und unternehmerische Freiheit erhalten will“, erläuterte BLL-Präsident Stephan Nießner. Bei der Überarbeitung von Produkten, mit der Zielsetzung einer Nährwertveränderung, gebe es diverse unterschiedliche Herausforderungen. So müssen in einem aufwendigen Prozess sensorische, technologische und rechtliche Herausforderungen sowie Aspekte der Produktsicherheit und der Verbraucherakzeptanz berücksichtigt werden. Gleichwohl erklärte Nießner, dass sich die Lebensmittelbranche stets in einem Innovationsprozess hinsichtlich ihres Produktangebots befinde, dies aber auf Freiwilligkeit beruhe und sich an den Wünschen der Verbraucher orientiere.

Kritik äußerte Nießner vor allem auch an den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die teilweise auf nur unzureichenden wissenschaftlichen Daten beruhen, dafür aber umso effektheischender der Öffentlichkeit kommuniziert werden: „Die WHO ist unserer Meinung nach schon längst über das Ziel hinaus geschossen, sie spielt sich zuweilen als Ernährungsgouvernante der Verbraucher auf“, so Nießner. Da die WHO-Empfehlungen aber von der Regierung als Grundlage für politische Entscheidungen angesehen werden, ist der Branche daran gelegen, dass wissenschaftliche Datensicherheit gewährleistet ist. Der BLL-Präsident appellierte deshalb an den Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe, „für Klarheit bei den Schwerpunkten der WHO-Arbeit zu sorgen und die notwendige Wissenschaftlichkeit einzufordern.“

Bundesminister Gröhe betonte in seiner Rede, dass politisches Handeln im Bereich der Ernährung immer auf einer guten wissenschaftlichen Grundlage stattfinden müsse. Außerdem erklärte er, dass auch er keine Bevormundung der Verbraucherinnen und Verbraucher wünsche, „denn individuelle Entscheidungen müssen erhalten bleiben“. Gleichzeitig erinnerte Gröhe aber an die schweren Folgen und die Behandlungskosten von nicht übertragbaren Krankheiten, wie beispielsweise Diabetes, in Milliardenhöhe. „Da können wir als Politik nicht wegschauen und sagen, es ist alles gut, so wie es ist“. Deshalb sei es wichtig, dass alle zusammenarbeiten und auch die Wirtschaft ihren Teil beitrage. Angesichts der Folgen einer unausgewogenen Ernährung müsse eigenverantwortliches Entscheiden durch gute Aufklärung und Förderung eines gesunden Lebensstils unterstützt werden. Deshalb seien verbraucherfreundliche Kennzeichnungen so wichtig“, so Gröhe. Die Bundesregierung setze sich beispielsweise unter dem Dach von „InFORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung“ für einen gesunden Lebensstil ein. Das neue Präventionsgesetz werde die Förderung gesundheitsbewussten Lebens deutlich verstärken.

Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören ca. 500 Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette – Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft und angrenzende Gebiete – sowie zahlreiche Einzelmitglieder an.

Für weitere Informationen:
Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Christoph Minhoff
Hauptgeschäftsführer
Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin
Tel.: +49 30 206143-235
E-Mail: cminhoff@bll.de

BLL-Öffentlichkeitsarbeit
Manon Struck-Pacyna
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 30 206143-127
E-Mail: mstruck@bll.de

Die Pressemitteilung finden Sie hier als PDF-Dokument zum Download:
BLL (14. Januar 2016) Reduktion von Fett, Zucker und Salz: keine staatlichen Vorgaben sondern Freiwilligkeit
Druckansicht
Artikel bewerten

Aktuell

  • Verpackung

    Bedruckte Lebensmittelverpackungen sind heute schon sicher

    Bedruckte Lebensmittelverpackungen sind heute schon sicher Künftig gelten strengere Vorgaben für Aufdrucke von Lebensmittelverpackungen. Dabei werden bereits heute ausschließlich Stoffe verwendet, die sicher und nicht gesundheitsschädlich sind.
    Mehr ...
  • Ernährung

    „ErnährungPlus – der Foodcast“ zum Thema Immunsystem

    „ErnährungPlus – der Foodcast“ zum Thema Immunsystem Wie funktioniert unser Immunsystem, was hat der Darm damit zu tun und wie können wir unsere Abwehrkräfte stärken, um gut über den Winter zu kommen? Oecotrophologin Dr. Elke Arms gibt Antworten.
    Mehr ...

Meistgelesen

  • Zusatzstoffe

    Liste der Zusatzstoffe und E-Nummern

    In diesem Artikel sind alle Zusatzstoffe mit E-Nummern aufgelistet, die Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen.
    Mehr ...
  • Nährwertkennzeichnung

    Nutri-Score

    Der Nutri-Score ist ein System zur Kennzeichnung des Nährwertprofils eines Lebensmittels auf der Verpackungsvorderseite mit Buchstaben und Ampelfarben, auf Basis eines Bewertungsalgorithmus.
    Mehr ...
  • Kennzeichnung

    Lebensmittelinformations-Verordnung

    Die LMIV stellt sicher, dass die Hersteller europaweit einheitliche und klare Vorgaben zur Kennzeichnung haben und dass Verbraucher beim Lebensmittelkauf umfassend informiert werden.
    Mehr ...
zum Lebensmittelmagazin

Noch mehr zu Lebensmitteln & Ernährung: Besuchen Sie unser Online-Magazin lebensmittelmagazin.de

Zum Magazin ...

Presse Presse

  • Pressemitteilung

    Verständnis für Absage der Internationalen Grünen Woche 2022

    Wir bedauern es sehr, dass die aktuelle Corona-Situation den ersehnten Austausch zwischen Ausstellern und Besuchern nicht zulässt. Aber: Die IGW 2022 darf nicht zur Gesundheitsgefahr werden.
    Mehr ...

Publikationen Publikationen

  • Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen

    Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen Erklärung der Angaben auf der Verpackung (Zutaten, MHD, Menge und mehr).
    Download PDF
  • Neue Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel

    Neue Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel Dokumentation mit Vorträgen und Fragen-Antworten-Katalog
    Download PDF
  • Nahrungsergänzungsmittel – die wichtigsten Fakten

    Nahrungsergänzungsmittel – die wichtigsten Fakten Informationen zu Nutzen, rechtlichen Vorgaben, Kennzeichnung und Sicherheit.
    Download PDF
  • 10 Fragen & Antworten zum MHD

    10 Fragen & Antworten zum MHD Informationen zur Kennzeichnung der Haltbarkeit.
    Download PDF
Facebook Twitter LinkedIn Youtube Instagram RSS-Feed