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Nachhaltigkeit

Lebensmittelverluste und Lebensmittelverschwendung

Vermeidbare Lebensmittelabfälle reduzieren
Über die ganze Lebensmittelkette hinweg sollen vermeidbare Abfälle reduziert werden. Vergrößern
Nach wie vor landen zu viele Lebensmittel im Müll, sowohl zu Hause als auch während des Produktionsprozesses. Doch es gibt vielversprechende Strategien und Ideen, um vermeidbare Abfälle wirksam zu reduzieren.

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Das Thünen-Institut hat im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ermittelt, dass entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Lebensmittels – das heißt von der Landwirtschaft bis in den Handel oder in die Gastronomie, sowie in Privathaushalten – zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich weggeworfen werden und damit verloren gehen (Lebensmittelverluste):

  • Der überwiegende Teil der Lebensmittelabfälle (52 Prozent) entsteht zu Hause. Das sind 6,1 Millionen Tonnen. Das heißt, durchschnittlich werfen Verbraucher:innen etwa 75 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf im Jahr weg.
  • 48 Prozent der Verluste entstehen während der Ernte, Verarbeitung und Lagerung von Lebensmitteln in Landwirtschaft, Industrie, Handel und Gastronomie.

Vermeidbare und nicht vermeidbare Lebensmittelabfälle


Man muss zwischen vermeidbaren und nicht vermeidbaren Lebensmittelverlusten unterscheiden. Zu den vermeidbaren Lebensmittelverlusten zählen Lebensmittel, die zum Zeitpunkt ihrer Entsorgung noch genießbar sind oder die bei rechtzeitigem Verzehr genießbar gewesen wären. Nicht vermeidbare Abfälle sind überwiegend nicht essbare Bestandteile, z. B. Bananenschalen, Fischgräten oder Knochen.

Warum Lebensmittelabfälle reduzieren?


Vermeidbare Lebensmittelabfälle sollten aus vielerlei Gründen reduziert werden: Unser Planet hat begrenzte Produktionsflächen und -kapazitäten und auch nur eine begrenzte Rohstoffverfügbarkeit. Außerdem stecken in Lebensmitteln Arbeitskraft und Energie, die wiederum CO₂ verursachen. Und niemand möchte Kraft und Zeit verschwenden und unnötig Treibhausgasemissionen verursachen.

Was tut die Wirtschaft?


Landwirte, Zulieferer und Hersteller arbeiten Hand in Hand zusammen, damit die Rohstoffe hinsichtlich Qualität, Menge und Lieferzeitraum perfekt aufeinander abgestimmt sind und Über-, Unter- und Fehllieferungen vermieden werden. Nebenprodukte oder Reststoffe der Lebensmittelproduktion werden zur Herstellung von Futtermitteln verwendet oder in Biogasanlagen energetisch verwertet.

Warenwirtschaftssysteme sorgen zudem dafür, dass die Belieferung des Handels möglichst nah an die tatsächliche Nachfrage der Konsumenten gekoppelt ist. Dadurch wird gerade bei sensiblen Waren eine Überlagerung beziehungsweise ein Verderb vermieden. Und wenn doch mehr in den Regalen steht, als die Kunden kaufen können, holt eine von über 900 Tafeln in Deutschland die Ware ab, um sie an Bedürftige zu verteilen.

Ideen für weniger Lebensmittelabfall


In den letzten Jahren gab es auf nahezu allen Stufen der Wertschöpfungskette tolle Innovationen und Ideen, um Lebensmittelverluste weiter einzudämmen, seien es kleine Produzenten, die speziell krummes Obst und Gemüse weiterverarbeiten, das große industrielle Produktionsanlagen nicht verarbeiten können, oder Initiativen wie Too good to go, an denen sich das Gastgewerbe beteiligen kann.

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Grundsatzvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen


Die deutsche Lebensmittelwirtschaft und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) haben am 9. März 2020 die Grundsatzvereinbarung zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen unterzeichnet (hier online), die die Grundlage für die Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung ist. Ziel ist es, den Ressourceneinsatz beim Anbau, der Produktion, Veredlung und Vermarktung von Lebensmitteln noch effizienter und nachhaltiger zu gestalten und vermeidbare Lebensmittelverluste zu reduzieren. Die einzelnen Branchen der Lebensmittelwirtschaft werden dazu in sektorspezifischen Dialogforen gemeinsam mit weiteren Stakeholdern geeignete Lösungsansätze erarbeiten.

Unterzeichner sind: das BMEL, der Lebensmittelverband Deutschland, die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA), das Deutsche Tiefkühlinstitut (dti) und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).

Was können die Verbraucher:innen zu Hause tun?


Verbraucher:innen sollten vor allem auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten und auch richtig damit umgehen. „Mindestens haltbar bis …“ heißt nicht, dass ein Lebensmittel nach Ablauf des Datums weggeschmissen werden muss. Im Gegenteil: Viele Lebensmittel sind auch darüber hinaus noch haltbar. Nur die Qualitätsgarantie der Hersteller ist dann abgelaufen (beste Qualität bis ...). In keinem Fall sollte das Produkt ungesehen weggeworfen werden. Besser ist es, zuerst zu schauen, dann zu riechen und wenn dann noch Unsicherheiten bestehen, als letztes zu schmecken.

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Außerdem können Verbraucher:innen die gastronomischen Betriebe unterstützen, weniger wegzuwerfen, indem sie den Rest der Mahlzeiten, den sie nicht schaffen, zum Mitnehmen einpacken lassen.

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