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Beta-Carotin

Fragen und Antworten zu Beta-Carotin
Beta-Carotin wird im Lebensmittelbereich seit mehr als 25 Jahren als naturidentischer Farbstoff sowie als sichere Vitamin-A-Quelle in angereicherten Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt.

Wofür ist Beta-Carotin wichtig?


Beta-Carotin ist eine Vorstufe zu Vitamin A – daher auch die Bezeichnung ‚Provitamin A’. Beta-Carotin wird vom Körper bedarfsabhängig in Vitamin A umgewandelt. Vitamin A ist für den Sehvorgang, das Wachstum, das Immunsystem und die Entwicklung verschiedenster Zellen und Gewebe notwendig. Außerdem regelt es den Aufbau von Haut und Schleimhäuten und damit auch deren Funktion [Biesalski, 1995]. Die DGE schätzt den Beitrag von Beta-Carotin zur Vitamin-A-Versorgung in Deutschland auf durchschnittlich etwa 25 % bei einer gemischten Kost [DACH, 2000]. Gute Quellen für Vitamin A sind tierische Lebensmittel, z. B. Leber, Aal, Thunfisch, Hering sowie Milch- und Milchprodukte. Personen, die wenig oder keine tierischen Lebensmitteln verzehren, müssen entsprechend einen höheren Teil oder ihren gesamten Vitamin A-Bedarf über Beta-Carotin decken. Beta-Carotin selbst wirkt im Körper als Antioxidans und schützt entsprechend vor oxidativen Schäden. Weitere Wirkungen wurden auf zellulärer Ebene nachgewiesen [Elliot, 2005]. Belegt ist auch die Erhöhung des Lichtschutzes der Haut: Beta-Carotin lagert sich in die verschiedenen Zellschichten der Haut ein und wirkt dort als Antioxidans und Lichtfilter. Auf diese Weise unterstützt es die der Haut eigenen Sonnenschutzmechanismen [Sies et al., 2004].

Gibt es einen Unterschied zwischen isoliertem Beta-Carotin und natürlich vorkommenden Beta-Carotin?


In Pressemeldungen wird gelegentlich vor dem Verzehr von isoliertem Beta-Carotin gewarnt. Gesundheitlich unbedenklich sei dagegen die Aufnahme von Beta-Carotin aus Obst und Gemüse. Wo liegt eigentlich der Unterschied? Beta-Carotin kann aus traditionellen Lebensmitteln oder anderen Quellen wie Algen oder Hefen isoliert oder auch synthetisch hergestellt werden. Isoliertes Beta-Carotin und Beta-Carotin aus Obst und Gemüse sind chemisch betrachtet gleich. Relevant ist, dass sie für den Menschen unterschiedlich gut verfügbar sind, d.h., die Beta-Carotin-Spiegel im Blut steigen nach Verzehr der gleichen Menge unterschiedlich stark an. Isoliertes Beta-Carotin ist sehr gut verfügbar, d.h. die Spiegel im Blut steigen stärker an. Aus Obst und Gemüse ist Beta-Carotin dagegen sehr viel schlechter verfügbar, d.h. die Spiegel im Blut steigen weniger stark an. Die Verfügbarkeit von Beta-Carotin aus Obst und Gemüse hängt außerdem stark von der Zusammensetzung (Fettgehalt) und Zubereitung der Mahlzeit (roh oder gekocht) ab [van het Hof et al., 2000].

Wie sind die Zufuhrempfehlungen für Vitamin A und Beta-Carotin?


Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 0,8 (♀) – 1,0 (♂) mg Vitamin A (Retinol-Äquivalente). Die für Kinder empfohlene Zufuhr liegt altersabhängig niedriger, für Schwangere und Stillende liegt sie höher (1,1 bzw. 1,5 mg RetinolÄquivalente/Tag). Für Beta-Carotin sieht die DGE eine tägliche Zufuhr von 2 – 4 mg als wünschenswert an [DACH, 2000].

Wie ist die Versorgung der Bevölkerung in Deutschland mit Beta-Carotin und mit Vitamin A?


Die Versorgung mit Vitamin A (aus Vitamin A und Provitamin A) in Deutschland ist bei einer gemischten Ernährung mit tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln im Durchschnitt gesichert [Mensink et al., 2004]. Bei Kindern zwischen 2 und 15 Jahren lag die mittlere Zufuhr allerdings unter den Zufuhrempfehlungen für diese Altergruppe [Sichert-Hellert et al., 2001].

Die Zufuhr von Beta-Carotin lag in der ersten Nationalen Verzehrsstudie im Mittel bei knapp mg/Tag [Pelz et al., 1998], allerdings mit einer erheblichen Streuung: Bei etwa der Hälfte der Bevölkerung liegt die Aufnahme unter dem Mittelwert, bei etwa einem Viertel der Bevölkerung liegt sie unter 1 mg/Tag [Adolf et al., 1995].

Trotz der generell guten Versorgung mit Vitamin A werden Risikogruppen benannt:
  • Kinder mit wiederkehrenden Infektionen (erhöhter Bedarf und evtl. nicht optimale Zufuhr)
  • Personen, die tierische Lebensmittel meiden sowie
  • Schwangere und Stillende: Bei ihnen ist der Bedarf um 40 bzw. 90% erhöht, die Zufuhr wegen der häufig fleischarmen Ernährungsweise junger Frauen eher niedrig. Eine gute Vitamin-A-Versorgung der Mutter ist Vorraussetzung für die Versorgung des Kindes [Biesalski, 1995].

Quellen


  • Biesalski HK (1995): Vitamine. In: Biesalski HK, Fürst P, Kasper H, Kluthe R et al (Hrsg.): Ernährungsmedizin. Georg Thieme Verlag Stuttgart New York, 1. Aufl. 1995.
  • DACH (2000): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernährung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung, Schweizerische Vereinigung für Ernährung (Hrsg). Umschau/Braus, Frankfurt.
  • Elliott R (2005): Mechanisms of genomic and non-genomic actions of carotenoids. Biochim Biophys Acta; 1740: 147-54.
  • Sies H, Stahl W (2004): Nutritional protection against skin damage from sunlight. Annu Rev Nutr; 24: 173-200.
  • van Het Hof KH, West CE, Weststrate JA, Hautvast JG (2000): Dietary factors that affect the bioavailability of carotenoids. J Nutr; 130: 503-506.
  • Sichert-Hellert W, Kersting M, Manz F (2001): Changes in time-trends of nutrient intake from fortified and non-fortified food in German children and adolescents--15 year results of the DONALD study. Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study. Eur J Nutr; 40: 49-55.

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