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17.09.2013 | Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel – eine sichere Wahl zur Optimierung der Ernährung

Stellungnahme zum Beitrag „Die teure Vitaminillusion“ in „Bild am Sonntag“ vom 15. September 2013


Richtig ist, dass eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung nach den Empfehlungen der Fachgesellschaften beim gesunden Menschen meistens ausreichend ist, um den normalen Nährstoffbedarf zu decken. Richtig ist aber auch, dass Nahrungsergänzungsmittel all denjenigen helfen können, die einen erhöhten Bedarf haben oder für die es – aus welchen Gründen auch immer – schwierig ist, die Ernährungsempfehlungen im Alltag einzuhalten.

Welche Produkte für den Einzelnen dabei von Nutzen sein können, ist abhängig von vielfältigen Faktoren, insbesondere von der individuellen Ernährungsweise, dem persönlichen Lebensstil, der aktuellen Lebensphase sowie genetischen Faktoren. Eine pauschale Bewertung des Nutzens einzelner Produkte – wie von der Bild am Sonntag vorgenommen – ist daher nicht sinnvoll und zudem für den Verbraucher wenig hilfreich, führt er doch im Gegenteil zur größtenteils völlig unnötigen Verunsicherung der Verwender von Nahrungsergänzungsmitteln.

Das gilt umso mehr, als der Beitrag einige fachliche Ungereimtheiten aufweist. So sind beispielsweise über 10 % der getesteten Produkte nicht wie dargestellt Nahrungsergänzungsmittel, sondern Arzneimittel. Arzneimittel, weisen eine ganz andere Dosierung und Zwecksetzung als Nahrungsergänzungsmittel auf.

Des Weiteren sind die angeblichen Risiken teils inhaltlich falsch, teils maßlos überzogen dargestellt – meist unter irreführender Bezugnahme auf potentielle Gesundheitsgefährdungen durch Mengen, die weder in den Nahrungsergänzungsmitteln selbst enthalten sind noch über die Nahrung insgesamt täglich aufgenommen werden. Beispielsweise kann eine hohe Aufnahmemenge von Beta-Carotin zwar tatsächlich eine harmlose Gelbfärbung der Haut bewirken; dies ist jedoch nicht mit dem Krankheitsbild der Gelbsucht zu verwechseln. Und ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs wurde, wenn überhaupt, nur in Verbindung mit hohen Zufuhrmengen Beta-Carotin für starke Raucher diskutiert. Eine Aufnahme von Beta-Carotin bis zu 15 mg (!) täglich in Form von Nahrungsergänzungsmitteln oder angereicherten Lebensmitteln gibt jedoch keinen Anlass zu Bedenken hinsichtlich unerwünschter Wirkungen auf die Gesundheit– weder für die Allgemeinbevölkerung noch für starke Raucher. Dies hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat erst jüngst bestätigt. Ein weiteres Beispiel ist die angebliche Gefahr der „Überdosierung“ durch Produkte, die 10 mg Vitamin E pro Tagesdosis und damit weniger als 100% des D-A-CH-Referenzwertes für die Nährstoffzufuhr für Erwachsene enthalten. In dem Artikel wurden solche Produkte mit der Bewertung "kann schaden" versehen, obwohl die EFSA den Wert für eine tolerierbare Gesamtzufuhrmenge auf 300 mg pro Tag festgelegt hat.

Insgesamt gilt es daher an dieser Stelle erneut zu betonen, dass Nahrungsergänzungsmittel, die dem europäischen Recht entsprechen, sicher sind. Darauf können die Verbraucher vertrauen. Der Gesetzgeber hat dafür ein umfassendes Regelungspaket geschaffen, das ein hohes Verbraucherschutzniveau gewährleistet und deren Einhaltung der Kontrolle durch die Lebensmittelüberwachung unterliegt.

Vorsicht ist allerdings bei Produkten aus dem Internet geboten. Es gibt im Internet durchaus seriöse Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln, bei denen unbedenklich Produkte bestellt werden können. Leider werden aber auch zahlreiche Produkte, oftmals aus dem Ausland, im Internet angeboten, die in Deutschland nicht rechtmäßig in Verkehr sind, weil sie mit unzulässigen Aussagen beworben werden oder sogar gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten. Daher sollten Verbraucher bei Bestellungen von Nahrungsergänzungsmitteln über das Internet besonders aufmerksam, sorgsam und kritisch sein. Weitere Informationen hierzu können Sie folgendem BLL-Faltblatt entnehmen:
„Nahrungsergänzungsmittel aus dem Internet – was müssen Sie wissen?“


Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören ca. 500 Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette – Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft und angrenzende Gebiete – an.


Für weitere Informationen:
Antje Preußker (Wissenschaftliche Leitung)
Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin
Tel.: +49 30 206143-146
Fax: 49 30 206143-246
E-Mail: apreussker@bll.de
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