16.02.2017 | Unerwünschte Stoffe

Arsen in Reis und Reismehl?

Hintergrundinfos zur aktuellen Berichterstattung
Arsen ist in Lebensmitteln ein unerwünschter Stoff. Weltweit wird intensiv daran gearbeitet, die Gehalte an anorganischem Arsen in Reis und Reisprodukten zu begrenzen.

Arsen ist ein Halbmetall und kommt in Form verschiedener Verbindungen in der Erdkruste vor. Es findet sich natürlicherweise in Wasser und Boden, wird aber auch durch menschliche Aktivitäten freigesetzt. Neben Trinkwasser aus bestimmten Regionen der Welt, weist insbesondere Reis erhöhte Gehalte an anorganischem Arsen auf.

Wie kommt Arsen in den Reis?


Die Reispflanze nimmt Arsen aus der Umwelt (aus Wasser und Boden) auf. Da sich Arsen – wie auch bestimmte Nährstoffe – vor allem in den äußeren Schichten des Reiskorns befindet, weist Vollkornreis höhere Arsen-Gehalte auf als polierter „weißer“ Reis. Beim Herstellungsprozess von Reiswaffeln wird dem Reis Wasser entzogen, wodurch die Nährstoffe, aber auch Schadstoffe wie Arsen, konzentriert werden. Reis, der für Reiswaffeln eingesetzt wird, weist also keinen höheren Gehalt an anorganischem Arsen auf, als Reis, der als solcher verzehrt wird.

Was wird getan, um Arsen-Gehalte zu minimieren?


Seit mehreren Jahren wird auf internationaler Ebene (Codex Alimentarius) bereits an einem Code-of-Practice zur Minimierung der Arsen-Gehalte in Reis gearbeitet. Es werden Maßnahmen für verschiedene Bereiche zusammengetragen:

  • Maßnahmen, die an der Quelle ansetzen, also wie die Arsen-Gehalte in Wasser und Boden verringert werden können.
  • Maßnahmen für die Landwirtschaft, also wie der Anbau von Reispflanzen geändert werden kann, damit die Reispflanze weniger Arsen aufnimmt.
  • Maßnahmen für die Verarbeitung und Zubereitung, also welche Möglichkeiten es bei der Verarbeitung und Zubereitung von Reis gibt, um den Arsen-Gehalt zu senken. Für Verbraucher leitet sich aus diesen Arbeiten zum Beispiel die Empfehlung ab, Reis in einem Überschuss von Wasser zu kochen und das Kochwasser anschließend wegzugießen.

Auf EU-Ebene wurden jüngst Höchstgehalte für anorganisches Arsen in bestimmten Produkte von Reis und Reiserzeugnissen festgelegt und hierbei den unterschiedlichen Gehalten an anorganischem Arsen in den Produkten Rechnung getragen. Die neuen Höchstgehalte sind seit 1. Januar 2016 gültig. Auf Ebene des Codex Alimentarius wurde bereits 2014 ein Höchstgehalt für polierten „weißen“ Reis von 0,2 mg/kg festgelegt, der weltweit gilt.

Dies zeigt, dass bereits seit einiger Zeit vielerlei Anstrengungen sowohl auf europäischer Ebene als auch weltweit unternommen werden, um die Gehalte an anorganischem Arsen in Reis und Reisprodukten zu begrenzen. Diese Maßnahmen stellen sicher, dass Reis und Reisprodukte im Rahmen einer abwechslungsreichen Ernährung auch weiterhin bedenkenlos verzehrt werden können.

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