19.12.2018 | Startups

Aufzucht und Fleisch von Bruderhähnen: Worum geht's beim „haehnlein“-Konzept?

Interview mit Mitinitiatorin Annalina Behrens im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche 2019
Mitinitiatorin Annalina Behrens mit Hahn und Henne aus dem "haehnlein"-Konzept. Vergrößern
Beim „haehnlein“-Konzept werden weibliche und männliche Küken aus der Legehennenhaltung bzw. Eierproduktion gemeinsam aufgezogen, ermöglicht durch einen höheren Preis der Produkte. Mitinitiatorin Annalina Behrens erklärt das Konzept im Vorab-Interview vor der Grünen Woche 2019.

Wie schmeckt die Zukunft?“ – Unter diesem Motto präsentieren sich junge wie etablierte Unternehmen am Gemeinschaftsstand der Deutschen Lebensmittelwirtschaft auf der auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) im Januar 2019. Mit dabei ist das „haehnlein“-Konzept der Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof GmbH. Annalina Behrens ist Mitinitiatorin des 2012 ins Leben gerufenen Konzepts. Sie erzählt vorab, was es damit auf sich hat und auf was sich die Besucher des Messestandes bei ihnen freuen dürfen.

Interview mit Annalina Behrens zum haehnlein-Konzept


Das Interview erschien zuerst auf bve-online.de.

Das „haehnlein-Konzept“ hat im Juni den Ideenwettbewerb Agrar & Ernährung von agrarzeitung, BASF, Die ZEIT und Rabobank gewonnen. Für alle, die euch nicht spätestens seit diesem Ereignis kennen: Was macht ihr genau?

Annalina Behrens: Wir bieten unseren Kunden transparent und nachhaltig produzierte Lebensmittel mit Tierwohl an, speziell wenn es um Eier und Hähnchenfleisch geht. Wir halten Bio-Hühner und ziehen zu jeder „haehnlein“-Henne auch den Bruderhahn auf, der unter normalen Umständen nach dem Schlupf direkt aussortiert und getötet würde. Durch die Unterstützung unserer Kunden können wir die Hähne – trotz erhöhter Kosten – aufziehen und aus dem sehr leckeren Fleisch anschließend tolle Produkte kreieren. Kunden bekommen unsere Produkte fast überall im Handel und demnächst auch online.

Wie wird das „haehnlein“-Konzept den Geschmack der Zukunft beeinflussen?

Annalina Behrens: Das Fleisch unserer „haehnlein“ ist saftiger und hat mehr Aroma als herkömmliches Hähnchenfleisch und erinnert an das Hähnchen früher bei Oma. Die Gründe dafür sind das langsame Wachstum – sie werden 3 bis 4 Mal so alt wie ein Masthähnchen – und die viele Bewegung, die die Tiere haben. Von daher heißt hier der Geschmack der Zukunft zurück zum Ursprung. Es ist eine neue oder wiederentdeckte Natürlichkeit. Außerdem wird das „haehnlein“-Konzept mit der neuen Ess-Klasse – fertigen Bio-Gerichten – zukünftig den Geschmack und die Qualität auf dem Teller verbessern – zum Beispiel in der Mittagspause.

„haehnlein“-Produkte: Eier-, Fleisch und Fertig-Produkte aus der gemeinsamen Aufzucht von Hahn und Henne. Vergrößern


Was wird es bei euch am Gemeinschaftsstand der Lebensmittelwirtschaft auf der Internationalen Grünen Woche 2019 zu entdecken geben?

Annalina Behrens: Die neue Ess-Klasse. Das sind fix und fertige Bio-Gerichte mit Fleisch vom Bruderhahn. Mit einer reduzierten Zutatenliste und ohne Geschmacksverstärker schmecken sie sehr natürlich, praktisch wie selbst gekocht. Vom Klassiker Hühnerfrikassee bis hin zum exotischerem Thai-Curry ist für jeden Geschmack das richtige Gericht dabei. Außerdem werden wir unseren Power Mampfer mitbringen – die erste Salami rein aus Bruderhahn-Fleisch. Kommt vorbei und probiert!


Den Gemeinschaftsstand der Deutschen Lebensmittelwirtschaft „Wie schmeckt die Zukunft?“, organisiert von BLL und BVE, findet sich auf der Internationalen Grünen Woche 2019 in Halle 22a.


* Die Antworten von Interviewpartnern auf dieser Website geben deren Position wieder, die sich nicht zwangsläufig mit der des Verbands BLL deckt.
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