24.03.2022 | Ernährung

Wie gesundheitsförderlich verhalten sich die Deutschen wirklich?

Robert Koch-Institut veröffentlicht Dashboard „Gesundheit in Deutschland aktuell“
Jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren gelingt es am häufigsten, einen gesundheitsförderlichen Lebensstil umzusetzen. Im späteren Erwachsenenalter nimmt die körperliche Aktivität ab und der Anteil derer, deren Körpergewicht im Normalbereich liegt, wird geringer. Und – Deutschland isst generell zu wenig Obst und Gemüse.

Wer wissen möchte, wie es um die Gesundheit der in Deutschland lebenden Menschen steht, kann ab sofort das vom Robert Koch-Institut (RKI) entwickelte Dashboard nutzen, das die Ergebnisse der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2019/2020 EHIS) anschaulich visualisiert. Es zeigt eine Reihe von Indikatoren aus den Bereichen Gesundheitsverhalten, Gesundheitsversorgung, Gesundheitszustand sowie körperliche und psychische Gesundheit auf, die nach Geschlecht, Alter und Bundesland aufbereitet werden. Zu den Indikatoren im Bereich Gesundheitsverhalten zählen u. a.:
  • Riskanter Alkoholkonsum
  • Täglicher Obst- und Gemüsekonsum
  • Täglicher Konsum zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke
  • Normalgewicht, Übergewicht, Adipositas
  • Körperliche Aktivität (z. B. arbeitsbezogene Aktivität, Ausdaueraktivität)
  • Passivrauchbelastung, Tabakprodukte


Bewegungsempfehlungen erreicht nur jede:r Zweite, Obst- und Gemüsekonsum nur jede:r Dritte
So wird ersichtlich, dass durchschnittlich 53 Prozent der Erwachsenen übergewichtig sind, davon 19 Prozent adipös. Als normalgewichtig gelten 44 Prozent der Erwachsenen, bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 63 Prozent. In der Altersgruppe 65+ gibt es hingegen mit 62 Prozent die höchste Prävalenz für Übergewicht; bezogen auf die einzelnen Bundesländer „führt“ Brandenburg mit 60 Prozent. Schlusslicht ist Berlin mit 47 Prozent. In der Hauptstadt und in Hamburg sind die meisten Menschen mit Normalgewicht anzutreffen (je 49 Prozent). In Berlin gibt es auch die meisten Menschen, die ihre Wege zu Fuß zurücklegen (63 Prozent), Bremen fährt am meisten Fahrrad (39 Prozent) und ist generell beim Thema Ausdaueraktivität Spitzenreiter mit 61 Prozent. Die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation mindestens 150 Minuten wöchentlich aktiv zu sein (Definition Ausdaueraktivität) erreicht durchschnittlich allerdings nur jeder zweite Erwachsene (48 Prozent). Die höchste Prävalenz liegt hier bei den 18- bis 29-Jährigen (65 Prozent). Ebenfalls bedenklich mit Blick auf einen gesundheitsförderlichen Lebensstil: Nur jede:r Dritte (35 Prozent) verzehrt täglich Obst und Gemüse. Dabei empfiehlt die Deutschen Gesellschaft für Ernährung drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst am Tag. Hier ist also noch deutlicher Aufklärungsbedarf über die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung zu leisten.

Das Dashboard ist unter folgendem Link erreichbar: https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Studien/GEDA_Dashboard/GEDA_Dashboard_node.html.

Zum Hintergrund:
Die Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) ist eine bundesweite Querschnittbefragung der in Deutschland lebenden Wohnbevölkerung ab einem Alter von 15 Jahren. Die GEDA-Studie wird seit 2008 im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) vom RKI in mehrjährigen Abständen durchgeführt. Im September 2021 veröffentlichte das RKI Daten aus dem Erhebungszeitraum von April 2019 bis September 2020. Damit schloss der Erhebungszeitraum die COVID-19-Pandemie bedingte Phase massiver Kontaktbeschränkungen ein. Die Autoren berechneten für ausgewählte Verhaltensweisen jeweils den Anteil der Personen, die diese im Alltag umsetzen, differenziert nach Geschlecht, Alters- und Bildungsgruppe. Außerdem wurde die Anzahl der umgesetzten Verhaltensweisen pro Person und die häufigsten Kombinationen dieser Verhaltensweisen ermittelt. Diese Ergebnisse wurden nun in das Dashboard übertragen.
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