02.02.2017 | Unerwünschte Stoffe

Was sind MCPD- und Glycidyl-Fettsäureester? Was tut die Lebensmittelwirtschaft, um diese zu reduzieren?

Das Wichtigste zu den unerwünschten Stoffen
Anlässlich der kontinuierlichen Diskussion zum Thema „MCPD- und Glycidyl-Fettsäureester“ haben wir hier noch einmal die wichtigsten Fakten aufgeführt.

1. MCPD-Fettsäureester, Glycidyl-Fettsäureester und freies MCPD sind wegen ihrer möglichen gesundheitlichen Eigenschaften in Lebensmitteln unerwünschte Stoffe.


MCPD-Fettsäureester und Glycidyl-Fettsäureester entstehen unbeabsichtigt bei der Raffination von pflanzlichen Fetten und Ölen und können somit in allen raffinierten pflanzlichen Fetten und Ölen und allen Lebensmitteln enthalten sein, die raffinierte pflanzliche Fette und Öle als Zutat enthalten. Circa 95 Prozent der pflanzlichen Fette und Öle werden raffiniert. MCPD-Fettsäureester sind aus toxikologischer Sicht wie freies MCPD zu bewerten. Glycidyl-Fettsäureester sind wie die freie Verbindung Glycidol zu bewerten. Freies 3-MCPD und 2-MCPD entstehen unbeabsichtigt als Folge einer Säurebehandlung und/oder von starken Erhitzungsprozessen wie Toasten oder Räuchern.

Die EFSA hat in ihrer Risikobewertung vom Mai 2016 bestätigt, dass es sich bei Glycidol, der freien Verbindung der Glycidyl-Fettsäureester, um ein genotoxisches Karzinogen handelt. Bereits im Jahre 2007 hatte das BfR mögliche gesundheitliche Bedenken geäußert und gefordert, dass die Gehalte an 3-MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern in pflanzlichen Fetten und Ölen sowie in den Lebensmitteln, in denen diese als Zutat eingesetzt werden, reduziert werden sollten. Seit 2001 gibt es auf europäischer Ebene einen toxikologischen Grenzwert für freies 3-MCPD, der die maximal tolerierbare tägliche Aufnahmemenge beschreibt. Dieser Wert wurde von der EFSA im Mai 2016 mehr als halbiert und gilt nun für die Summe aus 3-MCPD-Fettsäureestern und freiem 3-MCPD. Für 2-MCPD existiert bislang kein toxikologischer Grenzwert.

2. Die Lebensmittelwirtschaft hat sich mit Bekanntwerden der Befunde an 3-MCPD-Fettsäureestern in pflanzlichen Fetten und Ölen unverzüglich der Thematik angenommen.


Die Lebensmittelwirtschaft ist sich ihrer hohen Verantwortung für die Sicherheit von Lebensmitteln bewusst und hat deshalb bereits unverzüglich nach dem Bekanntwerden der vom BfR geäußerten möglichen gesundheitlichen Bedenken (Dezember 2007) gehandelt. Es wurden zwei umfassende Forschungsprojekte gestartet, um die Bildungswege zu ermitteln und mögliche Minimierungsstrategien zu entwickeln.

Die Ergebnisse aus Forschung und Praxis, mit denen die Gehalte an 3-MCPD-Fettsäureestern und Glycidyl-Fettsäureestern in Lebensmitteln gesenkt werden können, wurden in einer Toolbox zusammengestellt. Damit werden den Anwendern Werkzeuge zur Reduzierung der Gehalte an 3-MCPD-Fettsäureestern und Glycidyl-Fettsäurestern in ihren Produkten an die Hand gegeben.

3. Die Anstrengungen zur Minimierung von der MCPD- und Glycidyl-Fettsäureestern werden fortgeführt und intensiviert.


Die aktuelle Risikobewertung der EFSA zeigt, dass die Anstrengungen zur Minimierung der MCPD-Fettsäureester und Glycidyl-Fettsäureester fortgeführt und zum Teil noch intensiviert werden müssen. Gleichzeitig hat die EFSA anerkannt, dass die Gehalte der Glycidyl-Fettsäureester sich seit 2010 halbiert haben und die Belastung der Verbraucher dadurch seitdem erheblich gesunken ist.

Nach wie vor stellt die Analytik von 3-MCPD-Fettsäureestern und Glycidyl-Fettsäurestern die Lebensmittelwirtschaft vor große Herausforderungen. Während für die 3-MCPD-Fettsäureester und Glycidyl-Fettsäureester in pflanzlichen Fetten und Ölen inzwischen international validierte Verfahren existieren, wird noch immer an der Weiterentwicklung einer Analysenmethode für verarbeitete Lebensmittel, die raffinierte pflanzliche Fette und Öle als Zutat enthalten, gearbeitet.


Weiterführende Informationen zum Thema MCPD- und Glycidyl-Fettsäurester auf unserer Website:


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