22.05.2017 | Verbraucher

Wie kann das gesunde Aufwachsen gefördert werden?

peb veröffentlicht „Berliner Thesen“
Sieben Berliner Thesen zur Förderung des gesunden Aufwachsens hat die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) vorgestellt. Welche Hinweise geben sie, um die Gesundheitsförderung zu verbessern?

Anlässlich des peb-Kongresses „Gesund aufwachsen – von erfolgreichen Projekten zu festen Strukturen“ hat die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. in der letzten Woche ihre „Sieben Berliner Thesen“ vorgestellt, die Diskussionsanstöße für die Gesundheitsförderung geben sollen. Bereits mit erstem Erfolg: Denn rund 280 Experten aus Praxis und Wissenschaft kamen bei dem Kongress über die Thesen miteinander ins Gespräch.

peb-Vorstandsvorsitzende Prof. Ulrike Ungerer-Röhrich erläuterte: „Im Gegensatz zu einfachen und erfolgreichen Präventionsprogrammen, wie zum Beispiel der Anschnallpflicht im Auto oder Kampagnen zur Zahnhygiene, ist beim Kampf gegen die Übergewichtsentwicklung die gesamte Gesellschaft gefragt – von der Politik, über die Wirtschaft und die Wissenschaft bis hin zur Zivilgesellschaft. Diese gesamtgesellschaftliche Bewegung brauchen wir, um die Berliner Thesen in wirkungsvolle Taten zu übersetzen.“

Sieben Berliner Thesen zur Förderung gesunden Aufwachsens


Mit den Berliner Thesen greift die Plattform Ernährung und Bewegung Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis auf und gibt Hinweise darauf, wie die Praxis der Gesundheitsförderung verbessert werden kann. Die Sieben Berliner Thesen in Kürze:

  1. Um Übergewicht und Adipositas erfolgreich präventiv entgegenzuwirken, sind ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung als zentrale Faktoren zu berücksichtigen. Daneben müssen weitere Faktoren wie z. B. Stressbewältigung, geregelter Tagesrhythmus, Schlaf und psychische Gesundheit beachtet werden. Somit sind multifaktorielle Voraussetzungen zu erfüllen, um gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.
  2. Die ersten Lebensjahre und insbesondere die ersten 1.000 Tage prägen die Gewichtsentwicklung ein Leben lang. Daher sollten alle relevanten Akteure zusammenarbeiten, Frauen- und Kinderärztinnen und -ärzte, Hebammen, Erzieherinnen und Erzieher, um Eltern zu stärken, damit ihre Kinder gesund aufwachsen können.
  3. Erfolgreiche Gesundheitsförderung muss beim Verhalten und den Verhältnissen in den Lebenswelten von Kindern ansetzen: in Elternhäusern, Kitas, Schulen und Kommunen – also „dort, wo Kinder spielen, toben, lernen, essen & trinken“.
  4. Neben der Förderung von sportlichen Aktivitäten sollte auch die Alltagsbewegung sowie das gesundheitliche Risiko des „Sitzenden Lebensstils“ zur Gestaltung eines gesunden Aufwachsens von Kindern Berücksichtigung finden.
  5. Sozial Benachteiligte werden von den meisten Maßnahmen der Gesundheitsförderung bisher kaum erreicht. Daher sollten Konzepte entwickelt werden, die diese Gruppen beteiligen und erreichen.
  6. Projekte sind von großem Wert für die Entwicklung von neuen Ansätzen zur Förderung eines gesunden Lebensstils. Diese sollten auf der Grundlage anerkannter Qualitätsstandards bearbeitet und (wenn immer möglich) mit bestehenden Strukturen verzahnt werden.
  7. Den genannten multifaktoriellen Bedingungen lässt sich nur gerecht werden, wenn Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam agieren und ihre jeweiligen Handlungsspielräume zur Förderung und Schaffung gesundheitsfördernder Lebenswelten ausschöpfen.


Die Vollversion der Berliner Thesen finden Sie hier:

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