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27.07.2017

Foodwatch-Behauptung falsch: Keine Blockadehaltung der Wirtschaft bei Mineralöl-Messergebnissen – Lebensmittelwirtschaft arbeitet längst mit EU-Kommission

Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) weist die Behauptung der Kampagnenorganisation Foodwatch, die Lebensmittelindustrie halte absichtlich Messdaten zu Mineralölen in Lebensmitteln unter Verschluss, als dreiste Fehlinformation zurück. Die Dachorganisationen der deutschen wie der europäischen Lebensmittelwirtschaft arbeiten längst mit der EU-Kommission zusammen, um den richtigen Weg zu finden, aktuelle wie zukünftige Ergebnisse von Mineralölanalysen zu übermitteln und dabei Vergleichbarkeit und Qualität der Daten – auch im Zeitverlauf – sicherzustellen.

Richtig ist, dass die EU ihre Mitgliedsstaaten auffordert, 2017 und 2018 Daten zu erheben, um den aktuellen Stand und die jetzige Belastungssituation einschätzen zu können. „Damit ist die EU zukunftsorientierter als Foodwatch“, erklärt Lebensmittelsicherheitsexpertin Dr. Sieglinde Stähle aus der Wissenschaftlichen Leitung des BLL. „Denn nicht die gestrige, sondern die jetzige Situation ist für den Verbraucherschutz entscheidend. Die Wirtschaft tut alles, um diesen Prozess aktiv mitzugestalten, wobei an erster Stelle die Abstimmung einer einheitlichen und praktikablen Methode steht, die auch vergleichbare Daten liefert. Vom Vergleich ‚alter Äpfel‘ mit ‚neuen Birnen‘ halten wir nichts.“

Da sich die Kontaminationssituation durch wirksame Maßnahmen stetig verbessert hat, ist der Zeitpunkt der Untersuchungen bzw. der Befunde sehr relevant. Daten aus den vergangenen Jahren sind nicht geeignet für eine aktuelle Statuserhebung. Zudem benötigt es Konventionen zur Probennahme, Mess- und Auswertmethoden. Diese sind die Voraussetzung, dass ermittelte Daten vergleichbar sind. Nur mit einheitlichen Methoden und Leitlinien kann das EU-Monitoring über die kommenden Jahre vergleichbare Daten und eine relevante Grundlage für die wissenschaftliche Bewertung liefern. Über die Ausgestaltung der Zusammenarbeit und der Leitlinien laufen aktuell Beratungen auf EU-Ebene, in die die Wirtschaft sich offen einbringt. Der EU-Monitoringplan erstreckt sich bis 2019; die Leitlinien zur Probennahme und Analytik werden derzeit vom EU-Referenzlabor erarbeitet und sind nicht vor Ende 2017 zu erwarten.

Berlin, 27. Juli 2017


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