Startseite
25.01.2012

Statement zum Dossier des Verbraucherzentrale Bundesverbandes: „Kinderlebensmittel – bunt, bunter, zu bunt?“ (24. Januar 2012)

Die deutsche Lebensmittelwirtschaft nimmt ihre Verantwortung sehr ernst, tagtäglich sichere und qualitativ hochwertige Produkte den deutschen Verbrauchern anzubieten, insbesondere dann, wenn es um die Ernährung und Gesundheit von Kindern geht. Dabei berücksichtigen die Unternehmen die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und orientieren sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) oder des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE).

Kleinkinder sind besonders schutzbedürftig


Insbesondere Kleinkinder sind besonders schutzbedürftig. Dies ist der Grund, warum Lebensmittel für Kinder bis zu drei Jahren den Regelungen der Diät-Verordnung unterliegen, die erfüllt sein müssen, damit Produkte für die Ernährung dieser vulnerablen Bevölkerungsgruppe besonders geeignet sind. So finden sich in der Diät-Verordnung z. B. strengere Regelungen über unerwünschte Stoffe. Selbstverständlich sollen Kinder ab einem gewissen Alter an den Familienmahlzeiten teilnehmen. Die speziell für Kinder konzipierten Produkte nach der Diät-Verordnung für Kleinkinder bieten Familien jedoch weitere Alternativen in der Produktauswahl und eine Erleichterung im Alltag. Nicht alle Eltern sind in der Lage täglich frisch zu kochen.

Äpfel nicht mit Birnen vergleichen


Von diesen Produkten zu unterscheiden sind solche, die lediglich in ihrer Angebotsform besonders Kinder ansprechen, zum Beispiel durch eine buntere Verpackung. Manche Produkte werden darüber hinaus in kindgerechten Portionsgrößen angeboten. Der Nährstoffgehalt sogenannter „Kinderlebensmittel“ kann dabei nur im Vergleich zu Produkten der gleichen Kategorie seriös bewertet werden, d. h. Milchprodukte mit Milchprodukten oder Wurst mit Wurst. Viele dieser Produkte werden häufig genauso gerne oder sogar häufiger von Erwachsenen gegessen.

Wirtschaft nimmt Selbstverpflichtung ernst


Die Selbstverpflichtung der Lebensmittelwirtschaft im Rahmen des Deutschen Werberates greift entgegen anderer Aussagen ebenso wie die zusätzlichen weitergehenden Werbebeschränkungen, die sich eine Reihe von Unternehmen auferlegt haben. So hat ein aktueller unabhängiger Monitoring Report im November 2011 die europäische Situation beschrieben und festgestellt, dass in den letzten drei Jahren die Werbung gegenüber Kindern deutlich zurückgegangen ist.(1)

Kinder-Claims streng gehandhabt


Die europäische Gesetzgebung hat die gesundheitsbezogenen Aussagen zur kindlichen Entwicklung und kindlichen Gesundheit zum Schutz der Kinder streng geregelt. Bis heute sind lediglich elf sogenannter „Kinder-Claims“ von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) positiv bewertet, die somit von der Europäischen Kommission zur Kennzeichnung von Produkten zugelassen sind.

Festsetzung von europaweit einheitlichen Höchstmengen dringend erforderlich


Selbstverständlich nehmen die Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft ihre Verantwortung für die Sicherheit der von ihnen produzierten Produkte ernst und berücksichtigen bei der Formulierung ihrer Produkte wissenschaftlich anerkannte Daten und Sicherheitsaspekte. Hinsichtlich ihrer Dosierung orientieren sie sich dabei an den D A CH-Empfehlungen für die Nährstoffzufuhr.

Es ist in diesem Zusammenhang zu betonen, dass die Gesamtaufnahme an Vitaminen und Mineralstoffen aus Lebensmitteln einschließlich Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln in Deutschland im sicheren Zufuhrbereich liegt. Die Wirtschaft fordert seit Jahren die Festsetzung von europaweit einheitlichen Höchst-mengen für Vitamine und Mineralstoffe in Lebensmittel, so wie es auch das Lebensmittelrecht für Nahrungsergänzungsmittel und Lebensmittel mit Vitamin- und Mineralstoffzusätzen vorsieht. Dies würde zu mehr Rechtsklarheit führen.

Anteil von „Kinderlebensmitteln“ an der gesamten Ernährung beachten


Der Verbraucher sieht sich heute einer großen Lebensmittelvielfalt gegenüber. Dabei ist der Anteil der sogenannten „Kinderlebensmittel“ im Vergleich zum gesamten Lebensmittelangebot gering. Das umfangreiche, sichere und qualitativ hochwertige Angebot bietet eine hervorragende Basis, um sich ausgewogen und abwechslungsreich zu ernähren. Dabei können auch sogenannte „Kinderlebensmittel“ Teil einer ausgewogenen Ernährung sein.


Referenzen


(1) EU-Pledge „Monitoring Report 2011“, November 2011


Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören ca. 500 Verbände und Unternehmen der gesamten Lebensmittelkette – Industrie, Handel, Handwerk, Landwirtschaft und angrenzende Gebiete – an.


Für weitere Informationen:
Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL)
Claire-Waldoff-Straße 7, 10117 Berlin
Angelika Mrohs (Geschäftsführerin)
Tel.: +49-(0)30-206143-133, Fax: 49-(0)30-206143-233
E-Mail: amrohs@bll.de

Antje Preußker (Wissenschaftliche Leitung)
Tel.: +49-(0)30-206143-146, Fax: 49-(0)30-206143-246
E-Mail: apreussker@bll.de


Die Stellungnahme finden Sie hier als PDF-Dokument zum Download:
Statement zum Dossier des Verbraucherzentrale Bundesverbandes: „Kinderlebensmittel – bunt, bunter, zu bunt?“ (24. Januar 2012)
Druckansicht
Artikel bewerten

Aktuell

  • Kennzeichnung

    Nutri-Score: Bundesrat stimmt Verordnung für Verwendung in Deutschland zu

    Nutri-Score: Bundesrat stimmt Verordnung für Verwendung in Deutschland zu Der Bundesrat hat heute der Verordnung für eine rechtssichere Verwendung des Nutri-Score in Deutschland zugestimmt. Der Lebensmittelverband verweist auf notwendige Nachbesserungen.
    Mehr ...
  • Kennzeichnung

    EuGH setzt nationalen Herkunftsangaben enge Grenzen

    EuGH setzt nationalen Herkunftsangaben enge Grenzen Nur wenn die Qualität eines Lebensmittels mit seiner Herkunft zu tun hat, darf ein EU-Mitgliedsland eine verpflichtende Herkunftsangabe vorschreiben. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden.
    Mehr ...

Meistgelesen

  • Zusatzstoffe

    Liste der Zusatzstoffe und E-Nummern

    In diesem Artikel sind alle Zusatzstoffe mit E-Nummern aufgelistet, die Lebensmitteln zugesetzt werden dürfen.
    Mehr ...
  • Nährwertkennzeichnung

    Nutri-Score

    Der Nutri-Score ist ein System zur Kennzeichnung des Nährwertprofils eines Lebensmittels auf der Verpackungsvorderseite mit Buchstaben und Ampelfarben, auf Basis eines Bewertungsalgorithmus.
    Mehr ...
zum Lebensmittelmagazin

Noch mehr zu Lebensmitteln & Ernährung: Besuchen Sie unser Online-Magazin lebensmittelmagazin.de

Zum Magazin ...

Presse Presse

  • Pressemitteilung

    Farm-to-Fork-Strategie: Zusage zu konstruktiver Mitarbeit bei der Umsetzung

    Lebensmittelverband Deutschland und die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie fordern die EU-Kommission auf, die formulierten Nachhaltigkeitsziele in sinnvolle Maßnahmen zu überführen.
    Mehr ...

Veranstaltungen Veranstaltungen

  • 16.03.2021

    ILWI-Grundlagenseminar zum Lebensmittelrecht 2021

    Das Grundlagenseminar gibt einen Überblick über die wichtigsten nationalen und europäischen Bestimmungen des Lebensmittelrechts.
    Mehr ...

Publikationen Publikationen

  • Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen

    Lebensmittel-Kennzeichnung verstehen Erklärung der Angaben auf der Verpackung (Zutaten, MHD, Menge und mehr).
    Download PDF
  • Neue Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel

    Neue Leitsätze für vegane und vegetarische Lebensmittel Dokumentation mit Vorträgen und Fragen-Antworten-Katalog
    Download PDF
  • Nahrungsergänzungsmittel – die wichtigsten Fakten

    Nahrungsergänzungsmittel – die wichtigsten Fakten Informationen zu Nutzen, rechtlichen Vorgaben, Kennzeichnung und Sicherheit.
    Download PDF
  • 10 Fragen & Antworten zum MHD

    10 Fragen & Antworten zum MHD Informationen zur Kennzeichnung der Haltbarkeit.
    Download PDF
Facebook Twitter LinkedIn Youtube Instagram RSS-Feed