04.04.2017 | Ernährung

Vitamin C: Bekannt und beliebt seit 85 Jahren

Geschichtliches und mehr zum „Tag des Vitamin C“
Ein junger Professor aus Pittsburgh habe Vitamin C isoliert und identifiziert, berichtete die New York Times am 4. April 1932. Vergrößern
Heute vor 85 Jahren publizierte der US-Amerikaner Charles Glen King eine weltbewegende Entdeckung: Neben europäischen Wissenschaftlern war es ihm und seinem Team gelungen, Vitamin C im Labor zu isolieren.

Der „Tag des Vitamin C“ erinnert jährlich an den Tag, an dem 1932 der US-amerikanische Biochemiker Charles Glen King seinen Erfolg bei der Isolierung von Vitamin C publizierte. Die Entdeckung von Vitamin C markierte einen Meilenstein in einer weit zurückreichenden Forschungsgeschichte: Bereits im 18. Jahrhundert hatten Wissenschaftler daran gearbeitet, Behandlungsmethoden gegen die Seefahrer- und Expeditionskrankheit Skorbut zu finden. Insbesondere Matrosen auf langen Entdeckungsreisen litten unter Symptomen wie Erschöpfung, Zahnfleischbluten, Zahnausfall und Muskelschwund – mit damals noch nicht bekannter Ursache. In den 1750ern fand der schottische Arzt James Lind in einem der ersten kontrollierten Experimente der Medizingeschichte heraus, dass Zitrusfrüchte einen positiven Effekt bei der Therapie von Skorbut-Patienten zeigten. Vitamine waren zu dieser Zeit jedoch noch unbekannt und so führte Lind die Wirkung auf den Säuregehalt der Früchte zurück.

Ein Ungar und ein Amerikaner isolieren Vitamin C


180 Jahre später arbeitete das Forscherteam um den Ungarn Albert Szent-Györgyi zu selben Zeit wie das Team von Charles Glen King an der Universität Pittsburgh in den USA daran, die gegen Skorbut wirksame chemische Substanz durch Kristallisationsversuche zu isolieren. Zeitgleich mit Szent-Györgyi gelang King die Isolation des heute als „Ascorbinsäure“ bekannten Stoffs. Am 5. April 1932 berichtete die New York Times, ein junger Professor aus Pittsburgh – King war zu diesem Zeitpunkt 35 Jahre alt – habe es geschafft, Vitamin C aus Zitronen zu isolieren. Kings Erfolg wurde in der Fachzeitschrift „Science“ bekanntgegeben. Nur zwei Wochen später erschien die Publikation des Ungarn Szent-Györgyi im Journal „Nature“. Die genaue chemische Struktur von Vitamin C klärte 1933 der Wissenschaftler Norman Haworth auf. Szent-Györgyi wurde 1937 „für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der biologischen Verbrennungsprozesse, besonders in Beziehung auf das Vitamin C und die Katalyse der Fumarsäure" mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet.

Was sind Vitamine? Sind alle Deutschen ausreichend versorgt?


Vitamine sind organische Verbindungen, deren regelmäßige Zufuhr mit der Nahrung für den menschlichen Organismus lebensnotwendig ist, da der Körper sie nicht oder nicht in ausreichenden Mengen selbst herstellen kann. Jedes einzelne Vitamin erfüllt im komplexen System „Stoffwechsel“ verschiedene, meist vielfältige Aufgaben. Vitamin C hat Aufgaben für das Immunsystem, bei der Bildung von Knorpel- und Knochengewebe sowie der Eisenabsorption aus pflanzlichen Lebensmitteln.

Die Versorgung mit Vitaminen in Deutschland ist im Durchschnitt gut. Die Daten zeigen, dass die meisten Nährstoffe üblicherweise in ausreichenden Mengen mit der normalen Ernährung zugeführt werden. Dennoch: Trotz der allgemein sehr hohen Bekanntheit von Vitamin C erreichten 31,9 Prozent der Männer und 29,3 Prozent der Frauen laut der zweiten Nationalen Verzehrsstudie (NVS II) die empfohlene Zufuhr für Vitamin C nicht. Diese könnten von einer zusätzlichen Zufuhr profitieren.

Vitamin C auf Platz 2 der beliebtesten Nahrungsergänzungsmittel


Viele Verbraucher nutzen Nahrungsergänzungsmittel, um ihre allgemeine tägliche Ernährung um Vitamine und Mineralstoffe zu ergänzen. Vitamin C ist unter den Nahrungsergänzungsmitteln das am häufigsten zusätzlich zugeführte Vitamin und nach Magnesium der zweibeliebteste Nährstoff zur Nahrungsergänzung überhaupt. Das hat eine 2015 veröffentlichte, repräsentative Studie unter Verwendern von Nahrungsergänzungsmitteln gezeigt. Die zweite Nationale Verzehrsstudie (NVS II) belegt den positiven Effekt: Bei Verwendern von Nahrungsergänzungsmitteln sank der Anteil der Personen, der die Referenzwerte nicht erreichte, bei Vitamin D, E, C, Folsäure, Calcium und Magnesium um 6 bis 25 Prozent.


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Ascorbinsäure als Antioxidationsmittel


In manchen Lebensmitteln findet sich Vitamin C (Ascorbinsäure) auch als Zusatzstoff. Ascorbinsäure ist als Zusatzstoff für die Anwendung als Antioxidationsmittel und Mehlbehandlungsmittel zugelassen und trägt die E-Nummer E300. Antioxidationsmittel sind Stoffe, die das Ranzigwerden von Fetten und die Zerstörung luftempfindlicher Vitamine und Aromastoffe verhindern. Viele Lebensmittel unterliegen – wenn sie Sauerstoff ausgesetzt sind – einem als Oxidation bekannten Prozess. Hierzu zählt z. B. das Braunwerden geschnittener Äpfel, Kartoffeln oder Avocados. Wenn man Zitronensaft an frischen Obstsalat gibt, dann fügt man nicht nur Aroma hinzu, sondern auch ein Antioxidans: Vitamin C im Zitronensaft verhindert das Braunwerden des geschnittenen Obstes.
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