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Interview mit Rebecca S., Fachkraft für Lebensmitteltechnik bei KATHI Rainer Thiele GmbH

„Spannend bei meiner Arbeit finde ich die Herstellung von Backmischungen und den Umgang mit Maschinen.“
Was machen Sie beruflich bei Kathi?

Ich bin als Fachkraft für Lebensmitteltechnik und als Maschinenführerin in der Faltschachtelproduktion tätig.

Welche Ausbildung haben Sie durchlaufen?

Ich habe eine dreijährige Ausbildung als Fachkraft für Lebensmitteltechnik bei Kathi absolviert und wurde im Anschluss daran übernommen. Die theoretische Ausbildung fand in der Berufsschule im Blockunterricht statt. Neben den Basisfächern Deutsch, Sozialkunde, Sport und Englisch wurden in den ausbildungsspezifischen Lernfeldern unter anderem Lebensmittelinhaltsstoffe, Materialien und Verpackungen lagern, Lebensmittel vorbehandeln und verpacken sowie die Herstellung und Konservierung von Lebensmitteln vermittelt.

Der praktische Teil der Ausbildung fand sowohl in der Produktion als auch temporär in der Qualitätssicherung statt. Dort wurden mir unter anderem folgende Lerninhalte vermittelt: Rohwaren, Halbfertigprodukte und Fertigerzeugnisse annehmen, verschiedene Lebensmittel produzieren, Produktionsanlagen bedienen, verstehen und überwachen, Prozessabläufe steuern und kontrollieren, Fertigungskontrollen durchführen, Waren lagern und verpacken, Maschinen und Anlagen reinigen und Störungen beheben.

Was war besonders interessant?

In der Berufsschule fand ich besonders das Lernfeld Lebensmittelinhaltsstoffe, wie zum Beispiel Nährstoffe, Mineralien, Vitamine etc., interessant. Für mich war es spannend zu lernen, welcher Stoff für welche Funktionen im Körper wichtig ist. Mir war vor Ausbildungsbeginn nicht bewusst, dass es in der Ausbildung auch um solche ernährungswissenschaftlichen Themen gehen wird.

In der Berufspraxis bei Kathi finde ich die Maschinen und Anlagen sehr faszinierend. Ich bin auch heute nach sieben Jahren begeistert von der Technik und Funktionalität der Maschinen. Anfangs hatte ich wenig Verständnis für physikalische und mechanische Zusammenhänge. Im Laufe meiner Ausbildung hat sich dies grundlegend geändert. Mein Interesse an Technik ist enorm gewachsen und ich sehe nun technische Sachen in einem ganz anderen Licht.

Welche Voraussetzungen muss man für diesen Beruf mitbringen, woran sollte man Freude haben?

Man sollte über einen Realschulabschluss verfügen und Interesse an Mathematik, Chemie und Physik haben. Es reicht leider nicht aus, gut in der Praxis zu sein. Man muss auch den hohen Anforderungen der Berufsschule genügen.

Darüber hinaus ist Teamfähigkeit wichtig, da man an der Produktionslinie im Team arbeitet und nur als Team gemeinsam das Produktionsziel erreicht. Da die Arbeit in der Produktion körperlich anstrengend ist, muss man auf alle Fälle körperlich belastbar sein. Aufgrund der komplexen Maschinen und Prozesse sowie der bestehenden Bestimmungen zum Schutz der Endkunden sollte man sorgfältig sein, eine gute Auffassungsgabe sowie ein hohes Verantwortungsbewusstsein haben.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Ihnen aus?

Vor Arbeitsbeginn wechsele ich meine Straßenkleidung gegen Hygienekleidung und lege sämtlichen Schmuck ab. Ich begebe mich dann in die Produktionshalle, dort wasche und desinfiziere ich meine Hände.

Mein genauer Tagesablauf richtet sich danach, an welcher Produktionslinie ich eingeteilt bin. Wenn ich als Maschinenführerin an der Verpackungsmaschine arbeite, dann erhalte ich von der Produktionsleiterin den Produktionsplan des Tages. Meine Hauptaufgabe besteht darin, die Maschine einzurichten, sie während der Produktion zu beaufsichtigen und das sogenannte Linienprotokoll zu führen. Dieses Protokoll dient dazu, sämtliche Tests, Stichproben und Vorkommnisse während der Produktion zu dokumentieren.

Beim Einrichten der Maschine schaue ich zunächst in die hinterlegte Produktionsanleitung für das entsprechende Produkt, um wichtige Dinge wie Artikelnummer, Mindesthaltbarkeitsdatum oder Falschachtelformat vor dem Produktionsstart zu überprüfen. Danach lade ich das spezifische Programm an der computergesteuerten Anlage hoch und passe technische Daten an. Dann trage ich die Chargendaten in das Protokoll ein und führe wichtige Tests durch. Abschließend teile ich die Mitarbeiter an den Stationen der Linie ein.

Wenn die Maschinen laufen, sind meine primären Aufgaben die Mitarbeiter an der Linie mit Materialien zu versorgen, benötigte Materialien an der Linie nachzufüllen und Störungen an den Maschinen zu beheben.

Jede Stunde führe ich einen Metallcheck durch, der verhindert, dass Fremdkörper ins Endprodukt geraten. Stichprobenartig überprüfe ich während der gesamten Schicht die Richtigkeit des Mindesthaltbarkeitsdatums auf den Faltschachteln.

Werden an dem Tag unterschiedliche Produkte produziert, ist es meine Aufgabe, Umrüstarbeiten an der Maschine vorzunehmen. Ich lade ein neues Programm, wechsele Maschinenteile und ändere Einstellungen direkt an der Maschine.

Am Ende der Schicht werden die Protokolle übergeben und die Maschinen gründlich gereinigt.

Nach welchen Regeln arbeiten Sie?

Wir arbeiten nach den geltenden Hygienevorschriften unter Beachtung des Infektionsschutzgesetzes. Das zeigt sich unter anderem an unserer Kleidung: Wir tragen Hygienekleidung, die aus einer weißen Hose, einem weißem T-Shirt, Arbeitsschutzschuhen sowie einer Haube besteht. Eine Hygieneschleuse haben wir nicht, es befindet sich am Eingang der Produktionshalle ein Waschbecken zum Händewaschen und Desinfizieren. Des Weiteren besteht eine Dokumentationspflicht nach International Featured Standard-Vorgaben in Form von Linienprotokollen, Glasbruchkontrolle und Reinigungsplan.



Warum arbeiten Sie für diese Branche?

Gegessen und getrunken wird immer. Das ist der Hauptgrund für mich, in der Lebensmittelbranche tätig zu sein. Spannend bei meiner Arbeit bei KATHI finde ich zum einen die Herstellung der Backmischungen an sich und zum anderen die Maschinen, die dafür notwendig sind. Auch nach sieben Jahren gibt es noch technische Herausforderungen an den Maschinen, die mir bis dato noch nicht untergekommen sind. Dadurch lernt man auch nach Ausbildungsende permanent dazu und es wird nicht langweilig.

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